Wenn Ärzte ihren Patienten mehrere Medikamente auf einmal verschreiben müssen, stehen sie oft vor einem Problem: Oft gibt es keine Möglichkeit, um herauszufinden, ob die Kombination unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen wird. Ein Team von Computerwissenschaftlern der Stanford University möchte das ändern und hat eine KI entwickelt, das die Nebenwirkungen voraussagen kann, die auftreten, wenn zwei Medikamente kombiniert werden.


Wirkstoffkombos mit Nebenwirkungen

Besonders ab einem gewissen Alter ist es absolut nicht unüblich, dass ein Patient regelmäßig mehrere Medikamente einnehmen muss. Ärzten bleibt dann oft nichts anderes übrig, als die Medikamente zu verschreiben und dann darauf zu achten, ob Nebenwirkungen auftreten. Denn die Kombination mehrerer Medikamente wird häufig nicht erforscht, was unter anderem daran liegt, dass es sehr kostenaufwändig wäre, ein einzelnes Medikament auf das Zusammenspiel mit anderen Medikamenten zu testen.


Ein Team rund um Marinka Zitnik von der Stanford University ist dieses Problem angegangen und hat ein mächtiges Deep Learning System entwickelt und auf die Daten von mehr als 19.000 Proteine und die Wirkung diverser Medikamente auf diese Proteine trainiert. Das System hört auf den Namen Decagon und kann nun voraussagen, was geschieht, wenn zwei Medikamente miteinander kombiniert werden.

Aus Decagon soll ein leicht zu bedienendes Tool für Ärzte werden

Um Decagons Fähigkeiten zu testen, hat das Team zehn Voraussagen des Programms untersucht, die jeweils zwei Medikamente betrafen, deren Kombination keine zu starken Nebenwirkungen haben sollte. Die Forscher fanden Fallberichte, die fünf dieser zehn Voraussagen unterstützten. Beispielsweise sagte Decagon voraus, dass die Kombination eines bestimmten Cholesterin-Senkers mit einem Medikament gegen Bluthochdruck muskuläre Entzündungen hervorrufen würde. Diese Nebenwirkungen war 2017 in einer Studie nachgewiesen worden.

Today, drug side effects are discovered essentially by accident and our approach has the potential to lead to more effective and safer health care„, so Jure Leskovec, der an dem Projekt beteiligt ist.

Nun wollen die Forscher aus Decagon ein nutzerfreundliches Tool machen, dass Ärzte in ihrem Alltag einfach und schnell nutzen können, um Wirkstoffkombinationen auf ihre Interaktionen miteinander zu prüfen. Außerdem hoffen die Forscher, in Zukunft mit Decagon auch die Nebenwirkungen von Kombinationen mit mehr als zwei Medikamenten voraussagen zu können.

via Stanford News

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.