Das maligne Melanom ist die mit Abstand häufigste Form von Hautkrebs und wird auch als „schwarzer Hautkrebs“ bezeichnet. Normalerweise erfolgt die Früherkennung durch die Entdeckung von irregulären Veränderungen von Leberflecken mit einer anschließenden Hautbiopsie. Ein Team der Edith Cowan University in Australien hat eine neue Diagnosemethode entwickelt. Die Forscher diagnostizieren Melanome in frühen Stadien mit einem Bluttest. Sollte sich das durchsetzen, würde das nicht nur viele unnötige Biopsien vermeiden, sondern auch die Kosten für die Diagnose deutlich senken.


Malignes Melanom mikroskopisch
Foto: Malignant Melanoma, Liver FNA, Direct Smear, Pap Stain, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bluttest soll Zahl der Biopsien senken

In Ländern mit viel Sonneneinstrahlung wie etwa Australien ist Hautkrebs ein echtes Problem. In den USA oder in Mitteleuropa ist Hautkrebs vergleichsweise selten, aber in Australien ist das maligne Melanom die dritthäufigste Krebsart. Bei einer frühzeitigen Diagnose ist die Überlebenswahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch. Aber eine frühe Erkennung erfordert eine genaue Beobachtung von Hautveränderungen und dann im Zweifelsfall eine teure und für den Patienten unangenehme Biopsie. Dabei kommen 75 Prozent aller Biopsien mit einem negativen Ergebnis zurück. Es gibt also akuten Bedarf an einer genaueren Diagnosemethode.

In den letzten Jahren wurden mehrere innovative Diagnosetools für Melanome entwickelt, unter anderem ein Gerät, dass Melanome mit einer Heatmap identifiziert. Aber auch diese Methode erfordert letztlich eine Biopsie und ist nicht sonderlich genau. Das Team der Edith Cowan University hat seine Arbeit mit einer Analyse von 1627 Antikörpern begonnen, die in Verdacht standen, mit Melanomen im Zusammenhang zu stehen. Aus dieser Masse ergab sich eine Kombination von 10 Antikörpern, die auf ein Melanom hinweisen.


Drei Jahre bis zum Einsatz in der Klinik

In klinischen Tests gelang es den Forschern, mit ihrer Antikörper-Kombination bei einem Bluttest mit Melanom-Patienten die Existenz einer Erkrankung in 79 Prozent der Fälle zu identifizieren. Das sind zwar beeindruckende Ergebnisse, aber es reicht nicht aus, um sich in Zukunft allein auf solch einen Bluttest verlassen zu können. Hautärzte, die nicht an der Studie beteiligt waren, merken an, dass der Bluttest sich aber sehr gut dazu eignet, als Diagnose-Tool in eine breitere Diagnostik einzufließen.

Momentan bereitet das Team rund um Mel Ziman von der Melanoma Research Group der Edith Cowan University eine klinische Studie vor, mit der die Genauigkeit des Tests weiter untersucht werden soll. Die Forscher schätzen, dass der Test in etwa drei Jahren bereit für den Einsatz ist. „ „The ultimate goal is for this blood test to be used to provide greater diagnostic certainty prior to biopsy and for routine screening of people who are at a higher risk of melanoma, such as those with a large number of moles or those with pale skin or a family history of the disease„, so Zinman.

via SciMex

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