Alzheimer ist eine Krankheit, unter der sowohl die Betroffenen als auch deren Umfeld stark leidet. Es gibt zahlreiche Risikofaktoren, darunter auch mehrere genetische. Ein besonders ausgeprägter Risikofaktor ist das Gen apoE4. Forschern des Gladstone Institutes gelang es nun, dieses Gen zu neutralisieren und die Effekte sogar rückgängig zu machen.


Brain Scan
Foto: MRT Scans, Gerwin Sturm, Flickr, CC BY-SA 2.0

Ein kleines Gen als Übeltäter

Von dem Gen apoE gibt es drei Variationen: apoE2, E3 und E4. Jeder Mensch trägt davon zwei Versionen. Am weitesten verbreitet ist apoE3 – ein Gen, das scheinbar nicht zu den Alzheimer-Risikofaktoren gehört. Die Variation apoE4 dagegen ist ein Risikofaktor und bei etwa 15 Prozent aller Menschen vertreten. Bei Menschen, bei denen das Gen einmal auftritt, ist das Alzheimer-Risiko um das Zwei- bis Dreifache höher. Wenn das Gen zweimal auftritt, ist das Risiko sogar um den Faktor 12 erhöht.

Die Proteine, die von diesen Genen codiert werden, sind sich extrem ähnlich – bei apoE3 und apoE4 unterscheiden sie sich nur an einem winzigen Punkt. Die Forscher wollten daher herausfinden, inwiefern dieser kleine Unterschied das Alzheimer-Risiko erhöht. Dafür nutzte das Team menschliche Hautzellen von Alzheimer-Patienten mit zwei apoE4-Genen und von gesunden Menschen mit zwei apoE3-Genen. Diese wurden dann in pluripotente Stammzellen umgewandelt und proliferierten dann zu menschlichen Neuronen.


Forscher machen Alzheimer rückgängig

Das Team verglich die Neuronen dann miteinander und fand heraus, dass die Neuronen mit den apoE4-Genen nicht richtig funktionierten. Das von apoE4 codierte Protein bricht in der Zelle in einzelne Fragmente auseinander, was mit der Zeit zu Proteinansammlungen führt, die Alzheimer auslösen können. Die Forscher wollten dann herausfinden, ob apoE4 das Problem ist oder es vielmehr darum geht, dass apoE3 fehlt.

It’s fundamentally important to address this question because it changes how you treat the problem. If the damage is caused due to the loss of a protein’s function, you would want to increase protein levels to supplement those functions. But if the accumulation of a protein leads to a toxic function, you want to lower production of the protein to block its detrimental effect„, so Yadong Huang, der Hauptautor der Studie.

Dem Team gelang es dann, apoE4 als das Problem zu identifizieren. Aber damit nicht genug, es gelang den Forschern sogar, apoE4 im Nachhinein in ein Gen umzuwandeln, das eher apoE3 ähnelt. So gelang es, die Zeichen von Alzheimer sogar wieder rückgängig zu machen. Aktuell arbeiten die Forscher daran, die praktische Einsatzmöglichkeit der verwendeten Methode zu untersuchen.

via Gladstone Institutes

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