Seit den 70er-Jahren kommt das Schmerzmittel Methadon als Drogenersatz für Heroinsüchtige zum Einsatz. Die Methadongabe gilt als eine der wirksamsten Therapien bei Heroinsucht. Doch auch Krebskranke profitieren massiv von Methadon: In Kombination mit einer Chemotherapie kann die Substanz Krebszellen töten. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Nebenwirkungen der Therapie nicht so massiv sind wie befürchtet.


Foto: Non-small Cell Carcinoma of the Lung, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Kaum Nebenwirkungen bei Methadontherapie

Krebszellen sind extrem widerstandsfähig und setzen sich bisweilen sehr erfolgreich gegen körpereigene Abwehrstoffe und chemotherapeutische Medikamente zur Wehr. Methadon kann dabei helfen, die Krebszellen anfällig zu machen. Das Medikament besetzt spezielle Opioidrezeptoren auf den Krebszellen. Als Folge werden die Zellwände durchlässiger und die Zellen anfälliger für chemotherapeutische Wirkstoffe. Diese Entdeckung machte eine Chemikerin aus Ulm bereits vor 10 Jahren.

Bisher fürchteten Ärzte jedoch starke Nebenwirkungen und die Wirksamkeit des Medikaments war kaum erforscht. Eine Studie des Berliner Neurologen Martin Misch änderte dies nun: Die 27 Probanden mit einem Hirntumor zeigten maximal Übelkeit und Verstopfung als Nebenwirkungen. Laut der Studie macht Methadon weder psychisch abhängig, noch führt es zu Benommenheit. Der Einsatz des Medikaments in der Krebstherapie kann nun weiter erforscht werden.


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1 Kommentar

  1. Stephan

    1. Juli 2017 at 20:44

    Crowdfunding zur Durchführung einer klinischen Studie:

    https://www.leetchi.com/c/methadon-als-krebsmedikament

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