Bei bestimmten Erkrankungen des Herzens ist eine Herztransplantation die letzte Rettung. Das Problem: Spenderherzen sind rar gesät. Das Ergebnis sind Wartelisten und strenge Vorgaben bei der Vergabe der Spenderorgane. Und dennoch sterben jährlich zahlreiche Patienten während sie auf ein Spenderherz warten. Forscher derOregon Health & Science University (OHSU) arbeiten an einem künstlichen Herz, um die Problematik zu lösen.


Künstliches Herz als Dauerlösung

Künstliche Herzen werden in der Medizin bereits verwendet. Allerdings sind sie nur dazu gedacht, den Patienten am Leben zu erhalten, bis er ein Spenderherz von einem anderen Menschen erhält. Das künstliche Herz der OHSU soll mehr können als den Patienten lediglich bis zu seiner Transplantation am Leben zu erhalten. Aber der Reihe nach.


Erfunden wurde das künstliche Herz der OHSU von Dr. Richard Wampler, der inzwischen pensioniert ist. Er gründete 2014 ein Spinoff namens OregonHeart und entwickelte das Gerät weiter. Inzwischen hat das Spinoff-Unternehmen die Arbeit aber eingestellt und die Universität selber hat die Fortentwicklung des künstlichen Herzens übernommen.

Das mechanische Herz selber ist recht simpel gehalten, um die Wahrscheinlichkeit technischer Schwierigkeiten so niedrig wie möglich zu halten. Das Gerät hat nur ein bewegliches Teil und keine komplizierten Ventile, die ausfallen können.

Das eine hohle mit Titanium beschichtete Stange, die mit hydraulischen Lagern in einer Titanium-Röhre gelagert ist. Die Apparatur kann die Aufgabe der beiden Herzkammern übernehmen und die beiden Kreisläufe im Körper aufrechterhalten.

Pulsierender statt kontinuierlicher Fluss

Ein weiteres Detail, dass die Entwicklung der OHSU von anderen künstlichen Herzen unterscheidet, ist die Tatsache, dass das mechanische Herz ähnlich wie das menschliche eine Art Puls erzeugt, während andere Lösungen einen kontinuierlichen Fliuss erzeugen. Laut der OHSU wird so die Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Thrombosen minimiert, was wiederum das Schlaganfallrisiko verringert.

Für die Stromversorgung ist ein externer Akku vorgesehen, der in einer Tasche oder an einem Gürtel getragen werden und über externe Stromquellen aufgeladen werden kann. Irgendwann wollen die Forscher der OHSU die Batterie jedoch unter der Haut implantieren.

Ältere Versionen des mechanischen Herzens konnten bereits erfolgreich für kurze Zeit in Kühe und Schafe implantiert werden. Die Forscher entwickeln aktuell eine kleinere Version und hoffen, diese für drei Monate in Schafe implantieren zu können. Sollte dies gelingen, werden anschließend klinische Studien mit menschlichen Probanden folgen.

Sollten diese dann erfolgreich verlaufen, gäbe es eine gute Alternative für die Transplantation von echten Spenderherzen und einen Weg, den Mangel an Spenderorganen zu verringern.

via OHSU

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