Zu hoher Blutdruck kann auf die Dauer recht ungesund sein. Er schädigt nicht nur Gefäße, sondern auch das Herz und andere Organe. Wer über einen längeren Zeitraum Werte von über 140/90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) hat, der gilt als Risikopatient für Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie Nierenschäden. Mediziner fanden kürzlich zusätzlich Hinweise, die darauf hindeuten, dass Bluthochdruck sich auch negativ auf das Gedächtnis auswirkt.


Gehirnareale
Foto: brain lobes, Allan Ajifo, Flickr, CC BY-SA 2.0

Forscher untersuchen Zusammenspiel zwischen Blutdruck und Gedächtnis

Genauer erforscht wurde dieser Zusammenhang von einem Team rund um Jeff Williamson von der Wake Forest University in Winston Salem. Die Forscher wollten der Frage auf den Grund gehen, ob eine konsequente Blutdrucksenkung das Risiko für leichte kognitive Störungen im Alter senkt. Genauer gesagt ging es um Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und des Denkvermögens, die das Vorstadium zu einer schwereren Demenz sein können.

Für ihre Studie rekrutierten die Forscher etwa 9300 Probanden im Alter von über 50 Jahren, die an Bluthochdruck leiden. Die Studienteilnehmer wurden anschließend in zwei Gruppen geteilt. In der einen Gruppe sollte der systolische Blutdruck auf einen Wert von 140 mmHg gesenkt werden, also auf einen unkritischen Wert. In der zweiten Gruppe wurde der Blutdruck auf 120 mmHg oder weniger gesenkt.


Rigorose Blutdruckkontrolle bringt vielversprechende Ergebnisse

Bereits dreieinhalb Jahre nach Beginn der Studie zeigten sich erste Ergebnisse. Mitglieder aus der Gruppe, deren Blutdruck deutlicher gesenkt wurde, erlitten deutlich seltener lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Zwischenfälle wie Herzinfarkte und wiesen generell eine niedrigere Sterblichkeit auf. Da dies die Mitglieder der anderen Gruppe signifikant benachteiligte, wurde die Studie früher abgebrochen, als eigentlich geplant war. Jedoch beobachtete das Team die Probanden noch mehrere Monate nach Abbruch der Studie und untersuchte, inwieweit sich ihre Gedächtnisleistung entwickelte.

Nach insgesamt fünf Jahren zeigten die Daten, dass die rigorosere Blutdrucksenkung auch in Sachen Gedächtnis Vorteile brachte. Die Senkung des Blutdrucks auf 120 mm/Hg oder weniger resultierte in einem deutlich niedrigeren Risiko für leichte kognitive Störungen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Und auch das Risiko für Demenzerkrankungen war in dieser Gruppe leicht reduziert. „ Leider konnten wir hier jedoch keinen statistisch signifikanten Effekt nachweisen„, so Williamson.

Weitere Forschung ist geplant

Die fehlende statistische Signifikanz in Bezug auf das Demenz-Risiko könnte jedoch damit zusammenhängen, dass die Studie verfrüht abgebrochen werden musste und die Probanden somit kürzer behandelt wurden als eigentlich geplant war. Außerdem erkrankten von den Studienteilnehmern insgesamt deutlich weniger an Demenz, als statistisch eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Diese beiden Faktoren könnten es deutlich erschwert haben, den Einfluss der intensiven Blutdruckkontrolle auf Demenzerkrankungen zu bestimmen.

Die Tatsache, dass wir trotz der verkürzten Studienzeit einen Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten nachweisen konnten, macht unsere Ergebnisse vielversprechend„, so Laurie Ryan, die an der Studie beteiligt war. Die Forscher wollen daher weiter erforschen, inwieweit es ein Zusammenspiel zwischen Blutdruck und Gedächtnis gibt. Die Ergebnisse könnten den Weg für neue Methoden zur Demenz-Prävention ebnen.

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