Antibiotikaresistente Bakterien sind zunehmend ein ernstes Problem. Nach einem Bericht der britischen Regierung werden derartige Bakterien bereits 2050 bis zu 10 Millionen Menschen pro Jahr töten – das wäre etwa ein Todesfall alle drei Sekunden. Neben der Verwendung von Antibiotika in der Tierzucht ist die zu freigiebige Verschreibungspraxis für Antibiotika innerhalb der Ärzteschaft ein wesentlicher Faktor, der die Entwicklung solcher „Superbugs“ vorantreibt. Die Suche nach Alternativen für Antibiotika ist daher ein wichtiges Thema in der medizinischen Wissenschaft. Forscher der University of Texas experimentieren mit einem neuen Molekül, das Bakterien sozusagen „erblinden“ lässt, sodass sie keine gesunden Zellen mehr infizieren können.


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Bild: E.coli Bacteria, NIAID, Flickr, CC BY-SA 2.0

Neues Molekül verhindert Infektionen

Die Forscher rund um Dr. Anne-Marie Krachler vom University of Texas Health Science Center haben ein neues Adhäsionsinhibitor-Molekül namens Multivalent Adhesion Molecule 7 (MAM7) entwickelt, das die Aktivität von Adhäsionsmolekülen unterbindet, die bestimmte Bakterien nutzen, um sich an gesunde Zellen zu binden. Das Team hofft, auf Basis dieses Moleküls eine Alternative zu gängigen Antibiotika entwickeln zu können.

Antibiotics are amazing drugs, and they have saved countless lives since their discovery more than 80 years ago. But there is a challenge – the challenge of antibiotic resistance that has made many antibiotics ineffective. A material that targets virulence instead of killing bacteria could be a way to treat infections that are resistant to antibiotics„, erklärt Krachler.


MAM7 als Antibiotika-Alternative

Die Studie von Krachler und ihrem Team untersuchte die Effektivität von MAM7 bei Verbrennungen. Allein in den USA gibt es pro Jahr mehr als eine Millionen Verbrennungsverletzungen. Mehr als drei Viertel aller Todesfälle, die durch Verbrennungen auftreten, können auf Infektionen zurückgeführt werden.

Die Forscher untersuchten die Wirkung von MAM7 an Ratten und konzentrierten sich dabei auf das Pathogen Pseudomonas aeruginosa, das in etwa 33 Prozent aller Verbrennungsopfer nachgewiesen kann – bei ernsten Verbrennungen sind es sogar 59 der Patienten, die den Erreger in sich tragen. Die Applikation von MAM7 konnte die Bakterienzahl in den Wunden innerhalb von 24 Stunden drastisch reduzieren und verhinderte drei Tage lang die Infektion des umliegenden Gewebes. Außerdem führte MAM7 zu einem beschleunigten Heilungserfolg.

Rather than killing the bacteria, we blinded them so they could not find the places where they normally stick to the host (body’s) cells. If bacteria cannot bind, they cannot grow„, so Dr. Steven Wolf, der an der Studie beteiligt war.

Bakterien entwickeln keine Resistenz gegen MAM7

Neben Verbrennungsverletzungen könnte MAM7 auch bei chirurgischen Wunden verwendet werden. Die Effektivität des Moleküls bei solchen Wunden will das Team als nächstes untersuchen – zusammen mit der Wirkung bei diabetischen Geschwüren.

Später sollen natürlich auch Studien an menschlichen Patienten durchgeführt werden. Dr. Kim Orth, eine der Ko-Autorinnen der Studie, vergleicht die Arbeitsweise des neuen Moleküls mit einem vollen Parkplatz und erklärt, warum es bei diesem Behandlungsansatz nicht zu Resistenzen kommen sollte: „Our approach doesn’t target bacterial survival; rather it targets the microbes‘ ability to damage the host – its virulence. There is no reason for the bacteria to become resistant to this approach. Being unable to bind to wounded tissue is an inconvenience, and the bacteria move on. If all the parking spaces are filled, then the bacteria have no place to park.

via NewAtlas.com

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