Dieser Fall kann eigentlich gar nicht vorkommen, und doch ist es passiert: In Australien entwickelten sich im Bauch einer 28-jährigen Frau halbidentische Zwillinge. Die Kinder stammen aus einer einzigen Eizelle, sind also eineiig – und doch handelt es sich um ein Mädchen und einen Jungen. Wie das überhaupt möglich sein kann, erklären wir hier.


Spermien aus dem Labor
Spermien aus dem Labor

Halbidentische Zwillinge: bar jeder Wahrscheinlichkeit

Die Zwillinge besaßen eine einzige Plazenta und eine Fruchtblase, ein deutliches Signal für eineiige Zwillinge. Doch in der 14. Schwangerschaftswoche kam zusätzlich heraus, dass eines der Kinder männlich ist, das andere weiblich. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, da eineiige Zwillinge immer exakt dasselbe Erbgut besitzen! Kein Wunder also, dass diese Nachricht gleich im „New England Journal of Medicine“ landete, von wo aus sie international hohe Wellen schlug. Es handelte sich um den weltweit zweiten Fall von halbidentischen Zwillingen, eine Laune der Natur, die bar jeder Wahrscheinlichkeit ist.

Zygoten mit 3-fachem Chromosomensatz sind nicht lebensfähig

Normalerweise kann eine Eizelle nur mit einem einzigen Spermium verschmelzen, dann macht das Ei „dicht“. Wenn doch einmal zwei Spermien exakt gleichzeitig eindringen, dann entsteht eine Zygote mit dreifachem Chromosomensatz, die kein lebensfähiges Kind hervorbringen kann.  Sie entwickelt sich deshalb gar nicht erst weiter und wird bei der nächsten Blutung ausgeschieden. Zum Vergleich: Bei der Trisomie 21, dem sogenannten Down-Syndrom, ist nur ein einziger Chromosomensatz dreimal vorhanden, statt alle dreiundzwanzig. Das allein führt bereits zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen.


So schaffte die doppelt befruchtete Eizelle den Sprung ins Leben

Diese doppelt befruchtete Eizelle allerdings verhielt sich anders als normal. Sie verdoppelte zuerst sämtliche Chromosomen, so, wie es immer nach der Befruchtung geschieht. Jetzt enthielt sie den sechsfachen Satz statt nur den vierfachen. Danach teilte die Eizelle sich nicht in zwei Zellen auf, wie es regulär geschieht, sondern sie bildete drei Zellen. Jede dieser Zellen erhielt bei der Teilung eine normale Zahl von Chromosomen. Der Zellhaufen wuchs an und teilte sich im späteren Verlauf zu 2 Embryonen und somit in halbidentische Zwillinge. Jedes Baby ist ohnehin bereits ein Wunder der Natur, doch diese Entwicklung ist einfach nur phänomenal!

Quelle: spiegel.de

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.