Plastikmüll im Meer war in den letzten Wochen und Monaten ein großes Thema, das auch die EU-Kommission auf den Plan gerufen hat und diverse Unternehmen dazu brachte, mit unterschiedlichen Ideen in Zukunft für weniger Plastikmüll sorgen zu wollen. Insbesondere Strohhalme werden zum Thema gemacht. Und ohne Frage gibt es ein Problem mit Plastikabfällen. Allerdings könnte Zigarettenstummel ein noch größeres Problem sein. Denn Kippen finden sich in gewaltigen Mengen in den Ozeanen.


Massenweise Zigarettenfilter in den Meeren

Sechs Billionen Zigaretten – so hoch ist die Zahl der Glimmstängel, die pro Jahr auf der Welt konsumiert werden. Der Filter besteht bei den meisten Zigaretten aus Zelluloseazetat und soll Schadstoffe filtern und den Rauch insgesamt bekömmlicher machen. Nach dem Konsum landen die Zigarettenstummel oft achtlos in der Umwelt. Die Filter zerfallen jedoch nur sehr langsam. Bis zu ihrer vollständigen Zersetzung dauert es oft Jahrzehnte, und während dieser Zeit werden langsam die giftigen Stoffe abgesondert, die im Filter sind. Auch im Meer finden sich große Mengen Zigarettenstummel. Nach Aussagen der Nichtregierungsorganisation »Ocean Conservancy« sind die Zigarettenreste der häufigste Müll, der an den Küsten angespült wird. Die Organisationw urde 1986 gegründet und sammelt seitdem mit Freiwilligen weltweit Abfälle an Stränden auf. Seit Beginn der Sammlungen wurden mehr als 60 Millionen Zigarettenfilter aufgelesen. Von dieser Menge komme die Überzahl direkt aus dem Meer und nicht von den Strandbesuchern, so die NGO.


Bei der Weiterverarbeitung zu Zelluloseazetat entsteht ein Kunststoff, der nur schwer zersetzt wird und zu Mikroplastik wird, das von Tieren aufgenommen werden kann. Der NBC zufolge wurden in 70 Prozent aller bei einer Studie untersuchten Seevögel Zigarettenrückstände nachgewiesen. Bei Meeresschildkröten waren es immerhin noch 50 Prozent. An den Filterrückständen haften unter anderem Stoffe wie Arsen, Blei, aromatische Kohlenwasserstoffe, Teer und natürlich Nikotin.

Die Problematik wird dadurch verschärft, dass viele Raucher davon ausgehen, dass die Filter der Zigaretten biologisch abbaubar seien und die Stummel deshalb einfach wegwerfen. Die Zigarettenindustrie experimentierte teilweise mit Baumwoll- und Papierfiltern, aber davon konnte sich nichts durchsetzen. Die Initiative „Cigarette Butt Project“ möchte gegen die Mengen an weggeworfenen Zigarettenstummeln vorgehen und setzt dabei auf Aufklärungskampagnen.

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