Für die Einwohner der südafrikanischen Stadt Kapstadt sind kürzlich strenge Regeln in Kraft getreten: Zukünftig dürfen sie nur noch fünfzig Liter Wasser am Tag verbrauchen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche US-Bürger verbraucht zwischen 300 und 400 Liter am Tag. Trotzdem können sich viele Menschen die Dramatik der Situation in Kapstadt nicht richtig vorstellen. Helfen könnten nun Bilder aus dem Weltraum. Denn Satellitenaufnahmen des größten Wasserreservoirs der Stadt zeigen, wie dramatisch sich die Situation in den letzten vier Jahren verändert hat. Während im Januar 2014 das Reservoir noch fast komplett gefüllt war, liegt der aktuelle Füllstand bei lediglich 13 Prozent. Im April könnte der sogenannte „Day Zero“ folgen – wenn gar kein Wasser mehr vorhanden ist.


Die Erschließung neuer Quellen ist in Planung

Die Ursachen für die Problematik sind vielfältig. Grundsätzlich sorgt der Klimawandel dafür, dass Dürren gehäuft auftreten. Diese Erfahrung mussten auch die Einwohner Kaliforniens in den letzten fünf Jahren machen. Experten verweisen aber auch auf Schwächen im Wassermanagement der Stadt, wodurch viel wertvolles Nass verloren geht. Außerdem werden die Reservoirs beinahe ausschließlich durch Regenwasser wieder aufgefüllt. Es könnte allerdings sinnvoll sein, hier auch neue Quellen zu erschließen. Israel beispielsweise litt ebenfalls lange unter einer starken Wasserknappheit, wurde mithilfe neuer Entsalzungsanlagen inzwischen aber sogar zum Exporteur von Frischwasser. Auch Kläranlagen zur Reinigung von Abwasser könnten helfen, zukünftig solche Notsituationen wie aktuell zu vermeiden.


Ab April könnten die Wasserhähne trocken bleiben

Wie so oft gilt allerdings: Solche und ähnliche Maßnahmen brauchen Zeit und können keinen akuten Wassermangel beseitigen. Dies gilt insbesondere in Südafrika, wo Bauprojekte der öffentlichen Hand fast schon traditionell mit massiven Verzögerungen zu kämpfen haben. Im April könnte es dann für die Einwohner der Stadt richtig ungemütlich werden. Denn wenn die Reservoirs leer sind, bleiben die Wasserhähne in den Haushalten trocken. Stattdessen würden dann Rationen von 25 Liter pro Person und Tag ausgeteilt. Noch aber besteht zumindest ein wenig Hoffnung, dass zuvor segensreicher Regen einsetzt. Die Situation in Kapstadt sollte allerdings auch eine Warnung für andere Regionen sein, die anfällig für Dürren sind – etwa Westafrika und Australien. Frühzeitige Investitionen sind nötig, um später dramatische Situationen zu vermeiden.

Via: The Verge

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