In den Händen von Terroristen werden Flugzeuge zu gefährlichen Waffen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Flugzeugbenzin leicht entzündlich ist und daher bei einem Crash extrem schnell explodiert. Unmittelbar nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 in New York und Washington hat sich ein Forscherteam der Caltech University daher daran gemacht, explosionssicheres Flugbenzin zu entwickeln. Ganz einfach war dies allerdings nicht. Denn innerhalb des Verbrennungsmotors muss der Treibstoff natürlich weiterhin seine Eigenschaften behalten und leicht entzündlich bleiben. Nun scheint der Durchbruch gelungen: Durch die Zugabe von Megasupramolekülen konnte die Explosionsgefahr eliminiert werden.


Oben ist die normale Reaktion von Flugzeugbenzin zu sehen, unten wird diese durch die Megasupramoleküle verhindert. Copyright: Caltech JPL
Oben ist die normale Reaktion von Flugzeugbenzin zu sehen, unten wird diese durch die Megasupramoleküle verhindert. Copyright: Caltech JPL

Eine Art Klettverschluss sorgt für die nötige Flexibilität

Die Forscher konnten dabei auf wissenschaftliche Vorarbeiten aufbauen. Denn schon seit längerem ist bekannt, dass durch die Zugabe von großen Kohlenstoffatomen, so genannter Polymere, jene fatale Reaktion verhindert werden kann, die im Normalfall zur Explosion führt. Dieses theoretische Wissen ließ sich in der Praxis aber nicht anwenden. Denn die Polymere gingen bei mechanischen Belastungen kaputt und verstopften die Filter. Die nun entwickelten Megasupramoleküle sind im Prinzip aneinander gekettete Polymere. Verbunden werden sie aber durch eine Art Klettverschluss. Die Megasupramoleküle werden so teilweise zwar auseinandergerissen, finden sich dann aber wieder zusammen und überstehen so auch mechanischen Druck und verstopfen keine Filter.


Ein Reaktor soll die Produktion der Megasupramoleküle übernehmen

Im Labor wurden bereits ausgiebige Tests mit den Megasupramolekülen durchgeführt. Dabei konnte auch nachgewiesen werden, dass die Leistung des Motors nicht abnimmt und dieser auch sonst keinen Schaden nimmt. Im Gegenteil: Durch die Zugabe der Polymere entstand sogar zwölf Prozent weniger Ruß. Innerhalb des nächsten Jahres will das Forschungsteam unter Leitung von Julia Kornfield nun einen Reaktor entwickeln, der die Megasupramoleküle in großer Zahl produziert. Bevor dann allerdings tatsächlich Flugzeuge mit sicherem Kerosin in die Luft steigen, können noch einige Jahre vergehen. Zunächst muss nun die Genehmigung der Luftfahrtbehörden für Tests mit echten Flugzeugen eingeholt werden.

Via: Popsci

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