Früher war der Dorfladen der Treffpunkt jedes noch so kleinen Ortes. Hier fand man sich nicht nur zum gemütlichen Shoppen ein, sondern hielt auch ein entspanntes Schwätzchen mit dem Verkäufer oder den Nachbarn. Heute ist Einkaufen eher zum Stressfaktor geworden: Kurz mit dem Auto anhalten, durch die Gänge stürmen, mürrisch an der Kasse warten und ab nach Hause! Trotzdem verirren sich immer mehr Einsame in die modernen Supermärkte – die Plauderkasse soll ihnen als neuer Anlaufpunkt dienen.


Von W.H.Wögerer – self, CC-by-sa 2.0/de, Link

Eine Kasse zum Plaudern und Wohlfühlen

Im Jumbo-Supermarkt im niederländischen Vlijmen fielen sie immer wieder auf: diese Menschen, die jeden Tag durch die Gänge wanderten und einfach nur einsam erschienen. An der Kasse war keine Zeit, sich um sie zu kümmern, dort drängten die Eiligen von hinten und wollten nach einem langen Arbeitstag natürlich endlich aufs Sofa. Also riefen die Mitarbeiter ein interessantes Projekt ins Leben. Sie eröffneten eine »Kletskassde«, ins Deutsche übersetzt also eine Plauderkasse. Hier soll es nicht um die zügige Abfertigung gehen, sondern ums entspannte Plaudern und Wohlfühlen. Filialleiter Dick de Fijter erklärte dazu: „Wir möchten, dass das Einkaufen Spaß macht.«

Freiwillige engagieren sich in der Kaffeeklatsch-Ecke

Doch das ist längst nicht alles. Zusätzlich hat sich die Stiftung »Alles Voor Mekaar« (»Alles funktioniert zusammen«) bereiterklärt, eine Kaffeeklatschecke im Discounter zu betreiben. Ehrenamtliche stehen dort bereit, um sich mit jedem zu unterhalten, der möchte. Inzwischen finden sich regelmäßig einsame Senioren ein, die das Angebot wahrnehmen und endlich wieder neue Kontakte knüpfen. Die Freiwilligen helfen auch gern beim Einkaufen mit oder bringen sich im Haushalt hilfsbedürftiger Menschen ein; da bekommt das Wort Nachbarschaftshilfe wieder einen neuen Klang.


Übrigens sind in Deutschland über 9 Prozent der in Privathaushalten lebenden Personen ab 40 einsam: So ist es offiziellen Statistiken zu entnehmen. Fast 8 Prozent gelten sogar als sozial isoliert, das heißt, sie verbringe sehr wenig Zeit mit anderen Menschen, ohne dass dies ihrem Bedürfnis entspricht. Dabei gilt oft: je älter desto, einsamer. Es gibt also viel zu tun, um die Welt wieder menschlicher und freundlicher zu gestalten!

Quelle: general-anzeiger-bonn.de

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