Rein statistisch gehört der Straßenverkehr in Deutschland zu den sichersten weltweit. Betrachtet man beispielsweise die Zahl der Verkehrstoten je 100.000 Einwohner, kommt Deutschland den Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge auf den elften Platz. Dies bestätigen nun auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres 1465 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Zum Vergleich: Ein Jahr vorher waren es im selben Zeitraum noch 1505. Auch die Zahl der verletzten Personen sank um 5,1 Prozent. Dies ist durchaus erstaunlich, denn die Zahl der Unfälle insgesamt hat nicht abgenommen. Im Gegenteil: Insgesamt wurden 1,3 Millionen unfreiwillige Kollisionen registriert – und damit 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch nicht in allen Teilbereichen ist das Bild so rosig.


Experten verweisen schon länger auf Gefahrenquellen

Denn die Zahl der getöteten Fahrradfahrer legte um 11,3 Prozent zu. Insgesamt verloren damit im ersten Halbjahr in Deutschland 158 Radfahrer ihr Leben. Damit setzt sich ein beunruhigender Trend fort. Denn auch schon in den Jahren 2017 und 2018 war die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer stark angestiegen. Das statistische Bundesamt veröffentlicht allerdings nur die entsprechenden Zahlen und macht keine Angaben über die Ursachen des Anstiegs. Experten verweisen aber schon seit einiger Zeit auf eine Reihe von Problemen. So finden die meisten Unfälle in Städten statt, wo der Platz auf den Straßen von immer mehr Verkehrsteilnehmern beansprucht wird. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrats (DVR) fordert daher schon seit einiger Zeit, die Zahl der sicheren Radverkehrsanlagen auszubauen.


Technologie könnte Unfälle vermeiden helfen

Dazu gehören beispielsweise klar physisch von der Straße abgegrenzte Radwege. In der Realität werden diese aber oftmals lediglich auf die Straße gemalt – was im Ernstfall keinen Schutz bietet. Eine weitere Gefahr stellen rechtsabbiegende Lastwagen an Kreuzungen dar. Hier wird seit geraumer über technische Lösungen diskutiert, die den Fahrer unterstützen und Radfahrer schützen können. Bisher müssen diese aber noch nicht verpflichtend eingebaut werden, weshalb die meisten Speditionen darauf verzichten. Die Politik hat sich schon seit einiger Zeit das Ziel auf die Fahnen geschrieben, die Zahl der Radfahrten in Deutschland zu erhöhen. Im Idealfall sollen so vor allem viele kurze Autofahrten ersetzt werden. Klar ist aber auch: Dies wird nur gelingen, wenn die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet ist.

Via: Statistisches Bundesamt

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2 Kommentare

  1. tuxpingu

    22. August 2019 at 14:47

    Die meisten Unfälle in Städten und Dörfern finden an Kreuzungen mit von der Fahrbahn baulich abgetrennten Radwegen statt. Deshalb wurde 1998 die StVO novelliert, um die Benutzungspflichten aufzuheben. Leider hat die Politik es in 21 Jahren noch nicht geschafft, diese Regeln konsequent umzusetzen. Die meisten innerörtlichen benutzungspflichtigen Radwege sind schlichtweg illegal. Die Straßenverkehrsbehörden werden nur aktiv, wenn man als Radfahrer Widerspruch einlegt oder einen Antrag auf Prüfung einer verkehrsrechtlichen Anordnung einreicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bis zur Abschilderung dann mehrere Jahre vergehen! Wenn man sich dann noch durch alle Instanzen klagen muss, dann lohnt es sich ab einem gewissen Lebensalter schon gar nicht mehr.

    So lange Radfahrer weiter hinter undurchsichtigen Autoreihen auf die Kreuzungen geführt werden und das auch noch auf der falschen Seite, so lange wird es noch viele tote Radfahrer geben.

  2. Robin

    22. August 2019 at 15:50

    Solange da politisch nichts passiert, muss man halt zum Selbstschutz greifen. Wie beim Autofahren eben für den Vorder- und Hintermann mitdenken (und auch für den Nebenmann) und nicht unbedingt auf sein Recht bestehen. Lieber mal mehr in der Mitte fahren, wenn Überholen mit genügend Sicherheitsabstand nicht möglich ist und auch mal abbremsen.

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