Durch Lecks bei der Förderung von Erdgas, Reisanbau und Mülldeponien, aber auch Verdauungsgase von Tieren steigt der Methangehalt in der Atmosphäre stetig an. Das Gas hat eine 25-Mal größere Wirkung auf den Klimawandel als das berüchtigte Kohlendioxid. Wie viel es genau ist und vor allem wie sich die Methanwolken räumlich verteilen ist weitgehend unbekannt. Deshalb lassen sich in Klimamodelle, die die Erderwärmung vorausberechnen, in vielen Fällen keine exakten Werte eingeben. Entsprechend ungenau sind die Prognosen.


Satellit „Merlin“ startet 2021

Nach 2021 wird sich das ändern. Dann startet der deutsch-französische Satellit „Merlin“, mit dessen Messwerten eine globale Weltkarte der Methankonzentrationen erstellt wird. An Bord ist ein Laser-Messsystem, dessen Sendesystem am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT) in Aachen entwickelt worden ist. Es funktioniert bei Tag und Nacht und selbst bei bewölktem Himmel oder Nebel. Es schießt aus einer Höhe von 500 Kilometern immer wieder Laserblitze mit Wellenlängen, die eng beieinander liegen (1645,5518 und 1645,8460 Nanometer), Richtung Erde. Dort werden sie reflektiert und von Sensoren des Satelliten erfasst. Wenn beide Laserblitze zurückkommen haben sie eine methanfreie Region durchquert. Kommt nur einer zurück hat Methan ihn verschluckt- er hat genau die Wellenlänge die dieses Gas absorbiert. „Jedes Gas hat seinen spektralen Fingerabdruck. Es absorbiert bei bestimmten Wellenlängen besonders gut oder schlecht“, sagt Jens Löhring, der die neue Lasertechnologie am ILT mit entwickelt..


Test auf einem Forschungsflugzeug

Das komplette Messgerät, Lidar (Light Detecting and Ranging) wird von unterschiedlichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen entwickelt. Die wissenschaftliche Verantwortung für das komplexe Gerät liegt beim Institut für Physik der Atmosphäre (IPA) in Oberpfaffenhofen, das zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehört. Ein vom IPA entwickelter Sensor für Methan und Kohlendioxid, der auf dem gleichen Messprinzip beruht wird auf dem DLR-Forschungsflugzeug HALO eingesetzt, sodass diese Messmethode für die MERLIN-Mission vorab erprobt werden kann.

via Fraunhofer

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.