Der Kampf gegen Krankheiten wie Aids und Krebs dauert nun schon Jahrzehnte an. Es wird an allen Fronten fleißig geforscht. Ein großes Problem besteht darin, Wirkstoffe in die betroffenen Zellen zu bringen. Diese können Fremdstoffe leicht abwehren und bleiben somit für viele Wirkstoffe unerreichbar. Das Start-up SQZ Biotech hat ein sogenanntes Mikrofluidik-System entwickelt, das diese Problematik lösen soll. Das neue System bringt kleine Moleküle schnell und günstig in Zellen ein. Dazu macht das System die Membran der Zelle für kurze Zeit durchlässig.


Mikrofluidik setzt auf den “Überraschungseffekt“

Das System von SQZ hat gezeigt, dass es viele Stoffe, darunter Proteine, kleine Moleküle und RNA, effizienter und mit geringerer Toxizität in die Immunzellen ausliefern kann als bestehende Verfahren”, so Robert Langer, der Professor am MIT und außerdem Mitglied im Board of Directors der Firma SQZ Biotech ist.


Bei dem Prozess wird dem Patienten Blut entnommen, aus dem dann weiße Blutkörperchen extrahiert werden. Diese werden dann zusammen mit dem einzubringenden Wirkstoff in ein Reservoir gegeben und dann durch mikroskopisch kleine Kanäle gepresst. Auf halbem Weg erreichen die Zellen eine Engstelle, welche sie zwingt, sich zusammenzudrücken und zu drehen, was das Eindringen des Wirkstoffs erlaubt. Laut Jonathan Gilbert, seines Zeichens ehemaliger Professor am MIT und nun Geschäftsentwicklungsleiter bei SoQZ Biotech, gehe es vor allem darum, die Zellen schnell genug durch die Engstelle zu pressen, damit die natürlichen Abwehrmechanismen umgangen werden können.

CellSqueeze Technologie im Video erklärt

Die Technik soll in Sekundenschnelle direkt am Krankenbett durchgeführt werden können. Die so behandelten Zellen können dem Patienten dann direkt wieder injiziert werden.

Anwendung in der Immunotherapie

Das Verfahren von SQZ Biotech könnte unter anderem in der sogenannten Immunotherapie eingesetzt werden, bei der menschliche Abwehrzellen so manipuliert werden, dass sie direkt und verstärkt gegen Krankheiten wie Krebs vorgehen. Dies erfordert jedoch, Proteine und genetisches Material direkt in die Zellen einzubringen. Der Vorgang könnte mit der Mikrofluidik-Technik erheblich effizienter gestaltet werden.

Momentan ist das Verfahren nur für die Forschung vorgesehen. Bisher wurden auch lediglich Tierversuche mit der Mikrofluidik-Technik durchgeführt. Bevor es zur Behandlung von Menschen eingesetzt werden kann, wird also noch einige Zeit vergehen.

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