Neben den herkömmlichen Elektrorollern sind auch Elektrotretroller und elektrische Hoverboards immer beliebter. Die kleinen Flitzer sind allerdings bisher illegal unterwegs. Zumindest im Falle von Elektrorollern soll sich das allerdings in Kürze ändern.


The Hoverboard

Illegale Mobilität: Elektrotretroller und Hoverboards

Fahrräder, Autos und Motorroller mit Elektroantrieb sind inzwischen Teil des Alltags geworden. Seit einiger Zeit kommen auch Skateboards mit Elektromotor, Elektrotretroller und die sogenannten Hoverboards hinzu. Letztere Gruppe ist aber bisher nicht erlaubt. Kraftfahrzeuge, die schneller als sechs Kilometer pro Stunde fahren können, brauchen nach deutschem Recht für öffentliche Straßen eine Betriebserlaubnis sowie eine Versicherung. E-Bikes sind eine Ausnahme, da es sich nach dem Straßenverkehrsgesetz bei ihnen nicht um Kraftfahrzeuge handelt.


Auf Basis dieser Regelung beschlagnahmte die Polizei in Berlin 2018 bisher mehr als 60 der nicht erlaubten Elektrofahrzeuge. Wer ein Kraftfahrzeug ohne Zulassung führt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 70 Euro kosten kann.

Neue Verordnung schafft Klarheit für Elektrotretroller

Aber nun ist Änderung in Sicht, zumindest für Elektrotretroller. Künftig darf man mit den Rollern mit bis zu 20 km/h auf Fahrradwegen fahren. Wenn es einen solchen nicht gibt, muss der Fahrer auf die Straße ausweichen. Auf den Fußgängerwegen hat der Tretroller nichts verloren. Zudem muss ein Tretroller nach der geplanten „Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr“ mit einer Lenk-oder Haltestange, zwei voneinander unabhängigen Bremsen, einer helltönenden Glocke sowie Blinkern ausgestattet sein. Die Verordnung, die insgesamt 40 Seiten umfasst, soll noch Ende des Jahres, spätestens aber Anfang 2019 kommen.

Die Tretroller brauchen außerdem wie Mofas oder kleine Motorroller eine Versicherungsplakette. Eine Helmpflicht besteht nicht. Zudem muss der Fahrer mindestens einen Mofa-Führerschein besitzen. Das bedeutet: Die motorisierten Tretroller bleiben für Kinder unter 15 Jahren tabu.

Kritik an der Verordnung

Die Tretroller mit Elektromotor verbreiten sich nicht nur unter Privatleuten. In vielen amerikanischen Städten sowie etwa in Moskau und Paris verbreiten sich inzwischen E-Tretroller zum Ausleihen. Das Konzept gleicht dabei den Carsharing-Konzepten.

Auch wenn die gesetzliche Regelung generell zu begrüßen ist, gibt es auch kritische Stimmen – vor allem die Versicherungspflicht wird moniert. Außerdem dürften die E-Tretroller, da sie als Kraftfahrzeuge eingeordnet werden, nicht im öffentlichen Nahverkehr transportiert werden, was durchaus lebensfremd ist.

Besitzer von E-Skateboards oder Hoverboards schauen weiter in die Röhre: Ihre Gefährte bleiben im öffentlichen Raum weiter verboten. Der Gesetzgeber verpasste somit leider die Möglichkeit, umfassende gesetzliche Regelungen für den Bereich der Mikromobilität zu schaffen.

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