Mikroplastik: Auch diese Meeresbewohner sind bedroht!

Plastikabfälle in den Meeren werden immer mehr zu einem Problem. Dabei sind nicht nur die Abfälle problematisch, die wir sehen können. Im Meer schwimmen tonnenweise winzige Plastikstücke, sogenanntes Mikroplastik. Der Weg dieser winzigen Plastikteile ist unfassbar schwer nachzuverfolgen. Forscher fanden nun Mikroplastik-Teile im Kot von Seelöwen. Der Fund stellt den ersten Beweis dar, dass Mikroplastik auch am oberen Ende der marinen Nahrungskette auftacht.

Mikroplastik in Seelöwen nachgewiesen

Entdeckt wurden die Plastikteile im Seelöwenkot von einem Team des Plymouth Marine Laboratory, der University of Exeter und des Cornish Seal Sanctuary. Forscher vermuteten schon länger, dass Mikroplastik durch die Nahrungsaufnahme auch in anderen Meerestieren enden kann. Bisher konnte dies jedoch nur anhand von Muscheln und Krabben bewiesen werden. Der Vorgang des Transfers von Mikroplastik durch die Nahrung wird als trophische Übertragung bezeichnet.

Das Cornish Seal Sanctuary war der beste Ort, um nach Beweisen für die trophische Übertragung bei größeren Meerestieren zu sorgen. Die dort lebenden Seelöwen werden mit in freier Wildbahn gefangenen Makrelen gefüttert. Das Team konnte in einem Drittel der verwendeten Magneten Mikroplastik nachweisen. Anschließend analysierten die Forscher den Kot der Seelöwen und fanden in gut der Hälfte der Proben eine Kontamination mit winzigen Plastikteilen vor.

Gefahr durch winzige Plastikteile

Our finding that microplastics can be passed from fish to marine top predators is something we’ve long thought was the case but, until now, lacked the evidence to back our theory up.We have shown that trophic transfer is an indirect, yet potentially major, route of microplastic ingestion for these predators. By examining scat from captive animals and the digestive tracts of fish they were fed upon, we could eliminate the possibility that the seals were eating plastic directly and be sure that any microplastics we found in their scat came via the fish“, so Sarah Nelms von der Forschungsgruppe für Mikroplastik am Plymouth Marine Laboratory.

2016 kam eine Studie zu dem Schluss, das allen auf der Meeresoberfläche zwischen 93.000 und 236.000 Tonnen Mikroplastik schwimmen. Diese Menge stellt etwa einen Prozent der kompletten Verunreinigungen dar. Das Forscherteam möchte nun untersuchen, welche Auswirkungen die kleinen Plastikteile auf die größeren Meeresbewohner haben.

via Plymouth Marine Laboratory