Plastik im Meer wird immer mehr zu einem Problem. Insgesamt schwimmen schätzungsweise 5,25 Billionen Plastikteile unterschiedlicher Größen in verschiedenen Tiefen in den Ozeanen. Etwa 269.000 Tonnen Plastik sollen allein an der Oberfläche schwimmen. Und die Situation wird nicht besser: Forscher konnten nun Mikroplastik am Point Nemo feststellen, dem am weitesten vom Festland und von Inseln entferntesten Punkt der Erde.


Plastik auch in den entlegensten Meeresgebieten

2688 Kilometer sind es vom Point Nemo im Südpazifik bis zu den Pitcairn-Inseln. Dieser abgelegene Ort auf dem Meer ist auch als der Pazifische Pol der Unzugänglichkeit bekannt und so weit von der nächsten Landfläche entfernt wie kein anderer Punkt der Erde. Und selbst hier, an der entlegensten Stelle auf dem Ozean, konnten Forscher nun Mikroplastik im Wasser nachweisen.


Gemessen wurde dies, indem das Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel gemeinsam mit dem Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ zwei Jachten der Segelregatta Volvo Ocean Race mit Sensoren ausgestattet hat.

Wir können jetzt unter anderem entlang der gesamten Regattastrecke die Verteilung von Mikroplastik im Ozean nachvollziehen, also auch in Regionen, in denen danach bisher nicht gesucht wurde„, so der Meereschemiker Toste Tanhua.

Die gemessene Konzentration der Mikroplastik-Partikel ist regional sehr unterschiedlich. Am schlimmsten waren die Verunreinigungen im Mittelmeer und im westlichen Pazifik.

Mikroplastik als Gefahrenquelle

Mikroplastik im Meereswasser ist ein Problem, das immer größer wird. Quelle für die winzigen Kunststoffteilchen sind unter anderem Peelings, in denen die Plastikstücke genutzt werden, um die typisch körnige Textur zu erreichen. Aber auch in anderen Kosmetika wird Mikroplastik verwendet, und auch größere Plastikteile können zu winzigen Kleinteilen zersetzt werden.

Mikroplastik gilt als gefährlich, weil es nicht biologisch abgebaut wird und über die Nahrung auch von größeren Meeresbewohnern aufgenommen wird und über diese schließlich auch im menschlichen Körper landen kann. Mikroplastik steht außerdem im Verdacht, Schadstoffe zu binden und diese dann in den Körper der Meerestiere mitzunehmen. Eine Studie des Umweltbundesamtes kam zu dem Schluss, dass von Menschen aufgenommenes Mikroplastik im Körper die Zellfunktion stört.

In der EU wird derzeit ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika angestrebt. In Schweden wurde dieses schon durchgesetzt. Ab dem ersten Juli dürfen Kosmetika mit Mikroplastik in dem skandinavischen Land nicht mehr in den Handel kommen.

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