Mikroplastik ist ein Problem, das in der Öffentlichkeit in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit erfahren hat. Die kleinen Plastikteile finden sich im Meer, in Binnengewässern, in Fischen und in anderen Meerestieren. Forscher der University of Exeter haben nun gezeigt, wie verbreitet die Plastikreste in den Mägen von Tieren tatsächlich sind.


Delfin Sprache entschlüsselt

Die Forscher fanden in jedem Tier Mikroplastik

Das Team rund um Sarah Nelms untersuchte insgesamt 50 Meeressäugetiere verschiedener Spezies, die an der britischen Küste angespült wurden. Die Forscher wollten wissen, wie viel Mikroplastik sich im Magen-Darm-Trakt der Tiere befand, da es zu dem Thema bisher nur wenige verlässliche Daten gibt.


Bei den angespülten Tieren handelte es sich um Delfine, Wale und Robben. In jedem einzelnen fanden die Forscher Mikroplastik-Teilchen, und zwar im Schnitt 5,5 pro Tier. Die Anzahl der gefundenen Teilchen fiel damit für die Forscher überraschend niedrig aus, da speziell Delfine und Robben mit vielen ihrer Beutetiere Mikroplastik aufnehmen dürften. Die Forscher vermuten daher, dass ein Teil des Plastiks wieder ausgeschieden wird.

Bei den Plastikteilen handelte es sich überwiegend um künstliche Fasern wie etwa Nylon. die Forscher vermuten, dass diese überwiegend aus Kleidung und aus Fischernetzen stammen. Dazu fand das Team kleine Stückchen von Plastikflaschen, Zahnbürsten und Verpackungen.

Bei den Funden ist von besonderer Bedeutung, dass es sich bei den untersuchten Tieren um das obere Ende des Nahrungsnetzes handelt, die das Plastik wahrscheinlich überwiegend über ihre Beute aufnehmen. Außerdem sind es alles Tiere, die relativ lange leben, sodass die Folgen sich möglicherweise über die Jahre hinweg kumulieren.

Mikroplastik als Infektionsquelle?

Die Forscher wissen jedoch auch noch nicht genau, was diese Funde denn nun tatsächlich bedeuten und aussagen. „ Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen das Mikroplastik oder darin enthaltene Chemikalien auf Meeressäuger haben„, so Nelms. Die Forscher fanden zwar einen Zusammenhang zwischen der Menge an Plastikteilen in den Tieren und dem Tod durch eine Infektion. Es ist durchaus möglich, dass diese von den Plastikteilen in den Körper der Tiere eingeschleppt wurde, aber es lässt sich noch nicht sagen, wie viel Aussagekraft hinter diesem Zusammenhang steckt. Zumindest sieht das Team genug Anlass dafür, dieser Verkettung weiter auf den Grund zu gehen.

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