Mikroplastik ist inzwischen so gut wie überall zu finden. Es breitet sich in Meeren, Seen und Flüssen aus und auch in Fischen, Honig und Salz konnten die kleinen Plastikteile nachgewiesen werden. Das gleiche gilt auch für Tafelwasser. Es dürfte also wenig überraschen, dass auch wir Menschen regelmäßig Mikroplastik aufnehmen. Die Folgen für unsere Gesundheit sind bisher völlig unklar.


Bild: Monique Raap, University of Victoria

Forscher untersuchen die Aufnahme von Mikroplastik

Erst kürzlich gelang es Forschern, Mikroplastik in unserem Darm und Kot nachzuweisen. Wie groß die Kontamination der Menschen wirklich ist, ist bisher aber kaum untersucht worden. „ Trotz der gesundheitlichen Probleme, die möglicherweise durch die Aufnahme und Inhalation von Mikroplastik entstehen, wurde das Ausmaß der menschlichen Belastung bisher noch nicht genauer erforscht„, so Kieran Cox von der University of Victoria in Kanada.

Cox wollte dies zusammen mit seinem Team ändern und untersuchte am Beispiel der USA, wie viel Mikroplastik ein Mensch im Schnitt pro Jahr konsumiert. Dazu werteten die Wissenschaftler 26 Studien zur Mikroplastikbelastung in Luft und Nahrungsmitteln aus. Dabei analysierten sie vor allem Fisch, Meeresfrüchte, Honig, Zucker und Salz sowie Alkohol, Mineral- und Leitungswasser.


Die Ergebnisse der Analyse wurden dann mit offiziellen Ernährungsempfehlungen und den tatsächlich konsumierten Mengen der Lebensmittel kombiniert. Die Aufnahme von Mikroplastik über die Atemluft schätzten die Forscher.

Die tatsächliche Belastung ist deutlich höher

Das Ergebnis der Studiey: Je nach Alter und Geschlecht nehmen die Bewohner der USA zwischen 74.000 und 121.000 kleine Plastikpartikel im Jahr auf. Dabei geht ein Großteil auf die Luftverschmutzung und den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten zurück. Zudem sind Menschen, die ihren Trinkwasserbedarf zum größten Teil mit abgefülltem Wasser decken, besonders stark kontaminiert: Sie nehmen bis zu 90.000 Plastikteilchen mehr auf.

In der Realität wird die Kontamination des menschlichen Körpers mit Mikroplastik wahrscheinlich noch größer sein. In die aktuelle Berechnung flossen wichtige Nahrungsmittel nicht ein – so enthält die Studie keine Aussagen über die Belastung durch Fleisch und Getreide oder Gemüse. Dies liegt daran, dass es zu diesen Nahrungsmittelgruppen keine Daten über die Belastung mit Mikroplastik gibt. Die Forscher schätzen selber, dass ihre Studie nur etwa 15 Prozent der täglichen Kalorienaufnahme abdeckt. „ Auch die große Zahl von Partikeln, die sich wahrscheinlich beim Essen auf unseren Tellern niederlassen, betrachtet unsere Studie nicht – ebenso wenig wie das zusätzliche Plastik, das durch den Zubereitungsprozess in die Nahrung gelangen kann„, so das Team weiter.

Cox und seine Kollegen betonen jedoch auch, dass es bisher kaum Erkenntnisse über die gesundheitlichen Folgen gibt, die mit der Kontamination mit Mikroplastik einhergeht. Dies müsse noch genauer untersucht werden. Es gibt jedoch Theorien, nach denen die kleinen Partikel Immunreaktionen auslösen oder giftige Substanzen freisetzen können.

Und auch im Bezug auf die Erkenntnisse über die Höhe der Belastung fordern die Forscher weitere Untersuchungen. „ Neue Daten könnten dann auch dabei helfen, das potenzielle Risiko für den Menschen abzuschätzen„, so die Wissenschaftler.

via American Chemical Society

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2 Kommentare

  1. Björn

    12. Juni 2019 at 08:25

    Wir sollten mehr Plastik zu uns nehmen, dann können wir den Kot im Müll entsorgen, weil die Tüte gleich mit bei ist.
    -Wasser sparen- xD

  2. Olaf Barheine

    12. Juni 2019 at 15:23

    So schließt sich der Kreislauf.

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