In einer immer stärker vernetzten Welt fallen auch immer mehr Datenpunkte an. Diese zu erfassen und systematisch zu analysieren, gehört zu den erfolgsversprechendsten Geschäftsmodellen der Zukunft. Viele dürften bei dieser Thematik in erster Linie an Firmen aus dem Silicon Valley denken. Doch auch in Deutschland hat sich eine vielversprechende Startup-Szene entwickelt. Bestes Beispiel: Die Münchener Firma Celonis. Diese erhielt von den namhaften Investoren Accel und 83North nun 50 Millionen Dollar. Die dabei zugrunde gelegte Bewertung ergibt eine Unternehmensbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar. Es handelt sich somit um das achte deutsche Einhorn. Gegründet wurde das Startup noch ganz klassisch in einer Studentenwohnung, inzwischen gibt es Büros in New York und Miami.


Bild: Celonis

Die Software steht als Open Source Produkt zur Verfügung

Doch was genau macht die Firma eigentlich? Vereinfacht ausgedrückt sammelt und analysiert sie alle Daten, die in einer Firma anfallen. Dies kann bei der Bestellung von Rohstoffen sein, in der Produktion oder beim Verkauf der Waren. Die dafür notwendige grundlegende Software wurde einst von der TU Eindhoven entwickelt und als Open Source Produkt auf den Markt gebracht. Die Kompetenz von Celonis besteht nun darin, die Analyse der Datenpunkte zu veranschaulichen. So können komplexe Prozesse sichtbar gemacht und Schwachstellen erkannt werden. Die Unternehmensgründer nennen das Verfahren „Process Mining“. Bei der Analyse der Datenpunkte kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz, die helfen soll, versteckte Potentiale zu identifizieren und zu heben.

München ist ein Hotspot für deutsche Tech-Startups

Ebenso beeindruckend wie die Unternehmensbewertung ist auch die Kundenliste des Münchener Startups. Dort finden sich so illustre Namen wie Siemens, die Deutsche Telekom, Exxon Mobile und Uber. Aktuell ist Celonis sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten führend im Bereich der datengetriebenen Prozessanalyse. Sollte dies so bleiben, könnte das Unternehmen noch einmal deutlich an Wert gewinnen. Denn fast alle Experten gehen davon aus, dass sich in diesem Bereich ein milliardenschwerer Markt entwickelt. Auch wenn das Startup sehr früh den Schritt in die USA gewagt hat, haben die Gründer gezeigt: Auch in Deutschland ist es möglich, Tech-Startups erfolgreich zu gründen. München entwickelt sich in diesem Zusammenhang zu einer Art Hotspot. Dort sind etwa auch die Elektroflugzeugbauer von Lilium Aviation und die Erfinder des Solarautos Sion beheimatet.


Via: Handelsblatt

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