Die Europäische Kommission will den Rückstand gegenüber Asien und Nordamerika im Bereich der künstlichen Intelligenz durch zusätzliche Gelder verringern. Aktuell sieht es in diesem Punkt eher mau aus: Die privaten Investitionen in Forschungsprojekte aus diesem Bereich liegen etwa in Nordamerika fast sechsmal so hoch wie in der EU. Um diesen Unterschied zumindest teilweise auszugleichen, werden bis zum Jahr 2020 zusätzliche zwanzig Milliarden Dollar benötigt. EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel will dazu nun auch öffentliches Geld in die Hand nehmen. Aus dem Etat der Kommission werden daher 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 500 Millionen Euro kommen von dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen. Das Geld soll allerdings nicht genutzt werden, um selbst Wissenschaftler anzustellen und zu forschen.


Künstliche Intelligenz

Zusätzliches Geld muss von den Mitgliedsstaaten bereit gestellt werden

Vielmehr sollen die zusätzlichen Finanzmittel genutzt werden, um private Forschung zu unterstützen. Im Idealfall können auf diese Weise dann zusätzliche Gelder aus der Privatwirtschaft aktiviert werden. Mit dem Geld aus dem Fonds für strategische Investitionen sollen zudem Startups unterstützt werden, die innovative Geschäftsmodelle auf KI-Basis entwickelt haben. Selbst wenn man die zusätzlich aktivierten privaten Finanzmittel in die Rechnung mit einbezieht, kommt man allerdings nur auf ein Investitionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro. Die Lücke in Höhe von 15 Milliarden Euro soll von den einzelnen Mitgliedsstaaten gefüllt werden. Frankreich etwa hat bereits Investitionen von 2,5 Milliarden Euro angekündigt und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuletzt in diesem Bereich verstärkte Anstrengungen angekündigt.

Die rechtlichen Grundlagen sollen klarer werden

Zusätzlich möchte die EU-Kommission auch eine sichere rechtliche Grundlage schaffen. So sollen noch in diesem Jahr ethische und rechtliche Grundlagen für die Entwicklung künstlicher Intelligenz vorgelegt werden. Als Basis dient dabei die in der EU bereits gültige Charta der Grundrechte. Ab dem nächsten Jahr sollen die Unternehmen dann etwa genau wissen, welche Daten sie wie zur Entwicklung und Nutzung der künstlichen Intelligenz verwenden dürfen. Abgesehen davon soll aber auch die Datenbasis für europäische Unternehmen verbessert werden. Die EU-Kommissarin kündigt unter anderem an, nicht personalisierte Daten der Europäischen Behörden zur Verfügung zu stellen. Denn in Sachen künstlicher Intelligenz gilt oft: Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser.

Via: European Commission


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