Um dem akut anhaltenden Massensterben von Bienen entgegenzuwirken, haben Forscher an der Haward-Universität bereits 2009 damit begonnen Roboter-Bienen zu entwickeln, die in Zukunft für die Bestäubung von Blüten eingesetzt werden sollen. Einen weiteren Ansatz bieten jetzt Wissenschaftler der Australia’s Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO). Zusammen mit Intel wurde ein kleiner Chip entwickelt, der wie ein Rucksack auf den Rücken der Bienen platziert wird und wichtige Messdaten liefern soll.


Bienen Rucksack
RFID Chip auf dem Rücken von Bienen soll Aufschluss über Bienensterben geben (Bild: CSIRO)

Bienensterben ist ein globales Problem

Der Bienenrucksack ist im Grunde genommen ein RFID-Chip der weniger als die Hälfte des Gewichts einer Biene auf die Waage bringt und sich aus einem Atom-Prozessor mit 1 GByte RAM und 5 GByte Datenspeicher zusammensetzt und zudem Bluetooth und das Dual-Band-WLAN unterstützt.

Wie bei sämtlichen Wearables auch, benötigt das minimalistische Rucksacksystem auf Basis der Intel-Edosion-Plattform ebenfalls Strom um die entsprechenden Daten sammeln, aufzeichnen und versenden zu können. Akute Akkuprobleme, die etwa bei Smartwatches aufkommen, kennt das System jedoch nicht. Schließlich generiert der Bienen-Rucksack intelligenter Weise Strom über Vibrationen und ist somit völlig autark. Professor Paulo de Souza, der mit dem CISRO-Projekt vertraut ist, beschreibt das Rucksack-System mit einer Black-Box, die bei Flugzeugen zum Einsatz kommt. Die kleine Box soll unter anderem Daten liefern, die Aufschlüsse im Hinblick auf das Stresslevel der Bienen preis gibt. Zudem sollen auch Krankheiten, der Einfluss von Pestiziden, Wasserverunreinigungen, Nahrungsmangel und die Luftverschmutzung näher untersucht werden. Diese Faktoren werden dann im Kontext mit der Bewegung der Bienenvölker und der Aktivitäten im Hinblick auf die Bestäubungsleistung betrachtet.


Das Bienensterben nimmt weltweit zu. So sind wilde Bienen allein für zwei Dritter der Bestäubung der Lebensmittel in Form von Obst und Gemüse verantwortlich. In Tasmanien wurden bereits 10.000 Bienen mit dem RFID-Chip ausgestattet. Der Standort in der Form der Insel am östlichen Rand des Indischen Ozeans wurde clever gewählt, da hier die Bienen nicht von den Varroamilben befallen sind. Zudem arbeiten auch Wissenschaftler aus Brasilien, Großbritannien, Mexiko und Neuseeland aufgrund der Lukrativität des Standorts mit der CSIRO-Vereinigung zusammen. Die Wissenschaftler erhoffen sich aus diesem umfangreichen Experiment aufschlussreiche Erkenntnisse, die im nächsten Jahr mit der weltweiten wissenschaftlichen Community ausgetauscht werden sollen.

Quelle: Engadget

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