Die Folgen des Klimawandels sind in der Arktis am schnellsten zu spüren. Denn seit die globalen Temperaturmessungen begannen, lässt sich dort ein interessanter Fakt beobachten: Der Klimawandel schreitet dort in etwa doppelt so schnell voran wie im Rest der Welt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur ist daher in der Arktis bereits um rund vier Grad Celsius gestiegen. Eine Tatsache, die natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die riesigen Eisflächen dort geblieben ist. So wurde auch in diesem Winter ein neuer Negativrekord aufgestellt: Die maximale Ausdehnung der Eisfläche betrug lediglich 14,42 Millionen Quadratkilometer – und damit rund 20.000 Quadratkilometer weniger als im Vorjahr. Sie war damit so klein wie nie zuvor seit die jährliche Vermessung Ende der 1970er Jahre begann.


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Die Temperaturen lagen bis zu sechs Grad über dem Durchschnitt

„Ich habe nie zuvor einen solch warmen und verrückten Winter in der Arktis erlebt. Die Hitze war unerbittlich“, erzählt Mark Serreze vom National Snow and Ice Data Center der Vereinigten Staaten. Dieser persönliche Eindruck lässt sich auch mit Daten belegen: Die Temperaturen lagen zwischen zwei und sechs Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte. Die Abnahme der Eisfläche in der Arktis ist dabei ein Trend, der sich schon seit längerem beobachten lässt. Im Schnitt konnten dir Forscher dabei eine Verringerung um rund zwölf Prozent pro Jahrzehnt beobachten.


Schon bald könnte es einen komplett eisfreien Sommer in der Arktis geben

Die maximale Ausdehnung der Eisfläche trat dabei in diesem Jahr auch erst ungewöhnlich spät ein – was im Gegenzug bedeuten könnte, dass die Eisschmelze vergleichsweise schnell vonstatten geht. Über die zukünftige Eis-Entwicklung in der Arktis sind sich die Forscher hingegen noch uneinig. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass weniger warmes Wasser aus dem Atlantik in den hohen Norden gespült werden könnte. Dies würde dann zu einer Erholung der Eisflächen führen. Andere Experten erwarten hingegen das Gegenteil: Einen komplett eisfreien Sommer in der Arktis. „Irgendwann in den 2030ern oder 2040ern, zumindest für ein paar Tage, wird es dort kein Eis mehr geben“, ist sich Dr. John Walsh vom International Arctic Research Centre sicher.

Via: Digitaljournal

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