Der Mars gilt als das nächste große Ziel für die bemannte Raumfahrt. Bis es soweit ist, gilt es allerdings noch einige Hürden zu meistern. Neben der Frage nach dem Transport der Astronauten zum roten Planeten muss auch die Logistik geklärt sein, unter anderem die Versorgung mit Rohstoffen auf der Oberfläche, was vor allem dann interessant wird, wenn Menschen länger auf dem Planeten bleiben. Ein großes Thema wird dabei Wasser sein. Forscher aus Italien haben ein mobiles Radargerät entwickelt, mit dem Astronauten auf dem Mars Wasser finden können.


Bild: OEWF – Austrian Space Forum

Wasser für Astronauten

Es ist eine Sache, einen riesigen See zu finden, der unter einer etwa 1,5 Kilometer dicken Eisschicht begraben liegt. Kleinere Mengen Wasser zu finden, die in einer Tiefe lagern, die für Astronauten einfach erreichbar wäre, ist etwas anderes. Diese Suche wird dadurch erschwert, dass die Astronauten, die die Suche letztlich durchführen, wahrscheinlich eher allgemeine Astronauten statt ausgebildeten Geologen sein werden und die Arbeiten in unförmigen Raumanzügen werden durchführen müssen.

Ein Team des Istituto Nazionale di Astrofisica’s (INAF) Istituto di Astrofisica e Planetologia Spaziali sowie der Universität Perugia in Italien hat sich vorgenommen, dieses Problem zu lösen. Zu diesem Zweck testeten die Forscher ein spezielles Radarsystem namens ScanMars während der AMADEE-18-Mission, einer einmonatigen simulierten Marsmission in der Region Dhofar im Oman.


Derartige Missionen mögen zwar ein wenig seltsam anmuten, sind aber elementar zur Vorbereitung von Missionen in unbekannten Gelände – oder in diesem Fall auf einem Planeten, auf dem vorher noch kein Mensch stand.

Radar bewährt sich auf der Testmission

Mobile Sub-Oberflächen-Radareinheiten werden auf der Erde etwa von Geologen und Archäologen bereits seit Jahrzehnten verwendet. Mit ihnen ist es möglich, unterirdische Strukturen zu vermessen und ihre Zusammensetzung zu bestimmen. Allerdings werden für den Betrieb speziell ausgebildetes Personal benötigt. Während der AMADEE-18-Mission jedoch wurde die Radareinheit von lediglich kurz in Österreich ausgebildeten Testastronauten bedient. Während der Scans in Dhofar fand das Team unter anderem ein ausgetrocknetes Flussbett.

The innovative element of ScanMars with respect to common radar fieldwork is that the data was acquired by the analog astronauts and not the scientists. This means that the astronauts‘ training has become a key part of the experiment. The data quality is very good and, even if we are not yet able to distinguish unambiguously the presence of water, we can find alluvial structures that could guide future astronauts to dig where they are most likely to find water. In view of the recent discovery of liquid water beneath the surface of Mars, it’s very timely to look ahead to the development of techniques that future explorers could use to analyze the Martian subsurface„, so Alessandro Frigeri, der bei INAF arbeitet.

Ob das italienische Radar letztlich wirklich seinen Dienst während einer bemannten Marsmission verrichten wird, wird sich zeigen müssen.

via Europlanet Society

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