Das Projekt klingt faszinierend und spannend. Die US-Weltraumbehörde NASA plant einen Asteroiden mit Hilfe eines unbemannten Raumschiffs in die Mondumlaufbahn zu befördern. Anschließend sollen dann Astronauten auf diesen Asteroiden geschickt werden. Laut Aussagen der NASA stellt diese Mission einen wichtigen Schritt innerhalb des Projektes dar, zukünftig auch Menschen auf den Mars zu befördern. Der anerkannte Wissenschaftler Richard P. Binzel, Professor für Planetologie, Aeronautik und Raumfahrt am „Massachusetts Institute of Technology“, allerdings hält das Projekt für eine unnötige Ablenkung und reine Geldverschwendung.


Wie der Forscher in einem Beitrag für die Zeitschrift „Nature“ darlegt, befindet sich die NASA aus seiner Sicht auf dem Weg in eine Sackgasse. Die größte Problematik einer bemannten Marsmission liege nämlich in der langen Dauer des Fluges. Dies hat grundsätzlich auch die NASA erkannt und unter anderem Forschungen finanziert, mit deren Hilfe die Astronauten während des Flugs in den Tiefschlaf versetzt werden sollen. Offensichtlich ist die Technik allerdings noch nicht so weit, um Astronauten die Strecke bis zum ursprünglichen Aufenthaltsort des Asteroiden zurücklegen zu lassen. Nun fragt sich Professor Binzel allerdings: Worin liegt dann der Sinn den Asteroiden zunächst in die Mondumlaufbahn zu befördern?


Mars soll nicht verschoben werden

Grundsätzlich mag es eine wertvolle Fähigkeit sein, Asteroiden künstlich bewegen und in eine bestimmte Umlaufbahn katapultieren zu können. Nur wird dies dem eigentlichen Ziel der bemannten Marsmission nicht wirklich nützen. Bisher sehen die Pläne der NASA nämlich nicht vor, zunächst den Mars neu zu lokalisieren und dann die Mission zu starten. Binzel sprichtsich deswegen dafür aus, lieber bemannte Missionen zu Asteroiden zu schicken, die sich ohnehin in Reichweite befänden. So könnte man sich Stück für Stück in Richtung Mars vorarbeiten – ohne eine Technik zu entwickeln, die letztlich gar nicht benötigt würde.

2030 soll ein bemanntes Raumschiff in die Marsumlaufbahn gelangen

Der bisherige Zeitplan der Weltraumbehörde sieht vor, dass 2025 die Menschen auf dem künstlich platzierten Asteroiden landen sollen. 2030 sollen Astronauten dann die Umlaufbahn des Mars erreichen und anschließend zur Erde zurückkehren. Der finale Schritt wäre dann das tatsächliche Betreten des Mars durch einen US-Astronauten. Binzel argumentiert nun, man solle den ersten Schritt nicht komplett weglassen, sondern lieber einen Asteroiden anfliegen, der sich bereits in Reichweite befindet. Die Aufgabe Menschen dann später auch in die Umlaufbahn des Mars zu befördern sei groß genug und benötige sämtliche Ressourcen, so der Forscher.

Binzel ist dabei kein durchgeknallter Professor, der mit steilen Thesen Schlagzeilen generieren möchte. Vielmehr handelt es sich um einen der renommiertesten Astronomen weltweit. Er entwickelte nicht nur die „Turiner Skala“ zur Einschätzung von Gefahren bei Näherung von Kometen und Asteroiden zur Erde. Im Laufe seiner Forschungen entdeckte er auch drei Asteroiden, wovon einer sogar nach ihm benannt ist: Der Asteroid (2873) Binzel. Die NASA täte also gut daran, sich mit seinen Argumenten zumindest zu beschäftigen.

Quelle: Blastr

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