Bei größeren Tieren wissen Forscher inzwischen recht genau, welche Wanderungen diese unternehmen. So kann die große Serengeti-Wanderung inzwischen sogar live auf Youtube verfolgt werden. Bei vielen kleineren Tieren wissen wir aber noch zu wenig über deren Migrationsverhalten. Dabei wären solche Daten gleich in zweifacher Hinsicht von Interesse: Zum einen könnten gefährdete Arten so besser geschützt werden, zum anderen ließe sich die Ausbreitung von Krankheiten besser kontrollieren. Forscher haben daher ein ambitioniertes Programm gestartet, das im nächsten Jahr seine Vollendung finden soll. Dann wird eine russische Transportrakete einen Datenreceiver zur Internationalen Raumstation ISS bringen, der die Daten aller mit dazugehörigen Chips ausgestatteter Tiere aufzeichnet.


ISS Internationale Raumstation
Foto: CATS Installed on ISS, NASA Goddard Space Center, Flickr, CC BY-SA 2.0

Das Gewicht der Datentransmitter konnte entscheidend reduziert werden

Der Clou dabei: Es wurden eigens extrem kleine und leichte Datentransmitter entwickelt. Bisher besaßen diese ein Gewicht von mindestens zehn Gramm – und konnten daher nur bei Tieren zum Einsatz kommen, die mehr als 240 Gramm wogen. Nun ist es aber gelungen, das Gewicht des Chips auf ein Gramm zu senken, so dass er nun bei fast allen Tieren angebracht werden kann. Die Position des Datenempfängers auf der Raumstation stellt dabei sicher, dass alle gesammelten Daten jederzeit empfangen werden können. Zu Beginn werden dabei zwischen vierzig und fünfzig Teams von Wissenschaftlern aus aller Welt die Technik nutzen – später könnten es aber auch deutlich mehr werden.

Finanziert wird das Projekt von deutschen Institutionen

In jedem Fall werden alle Daten, die im Rahmen der sogenannten ICARUS (International Cooperation for Animal Research Using Space) Initiative gewonnen werden, auf einer öffentlichen Plattform zur Verfügung gestellt. Interessierte Wissenschaftler können diese Informationen dann auch für eigene Forschungsarbeiten nutzen. Die Idee für ein solches Projekt wurde dabei schon vor rund fünfzehn Jahren geboren. Die NASA allerdings hielt die Umsetzung für unwahrscheinlich: Das ICARUS-Projekt kam in die selbe Kategorie wie der Space-Aufzug – gute Idee, aber kurzfristig eher nicht realisierbar. Die entscheidende Finanzierung kam stattdessen aus Deutschland: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und das Max-Planck-Institut sponsern das Projekt.


Via: The Atlantic

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