Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungerkrise im Osten Afrikas. Schuld ist diesmal allerdings keine lang anhaltende Dürre. Stattdessen sind die Bauern in Äthiopien, Somalia und Kenia von einer biblischen Plage betroffen: Riesige Heuschreckenschwärme durchstreifen die drei Länder und hinterlassen fast vollständig abgegraste Felder. Konkret verantwortlich ist die Wüstenheuschrecke. Diese stammt ursprünglich aus dem Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan, breitet sich inzwischen aber auch in Afrika immer stärker aus. Die kleinen Tiere sind lediglich 60 bis 90 Millimeter groß, agieren aber in riesigen Wolken von bis zu 50 Millionen Tieren. In Somalia und Äthiopien haben die Heuschrecken bereits rund 71.000 Hektar Ackerland zerstört. Für die Ernährung der Bevölkerung könnte dies fatale Folgen haben.


Bild: Donkey shot [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Bis zum Sommer könnten die Schwärme weiter anwachsen

Den Angaben der Vereinten Nationen zufolge handelt es sich bereits jetzt um die größte Heuschrecken-Plage der vergangenen fünfundzwanzig Jahre. Gleichzeitig müssen Gegenmaßnahmen so schnell wie möglich eingeleitet werden. Denn Experten schätzen, dass ohne entschiedene Eingriffe, die gewaltigen Schwärme noch einmal deutlich zulegen werden: Ihr Umfang könnte sich um den Faktor 500 erhöhen. Anders als die Ägypter in der Bibel können die Regierungen heute aber zumindest auf einige erprobte Waffen im Kampf gegen die Heuschrecken zurückgreifen. So werden die Wanderungen der einzelnen Schwärme heute mithilfe von Satellitenbildern in Echtzeit verfolgt. Anschließend kommen Kleinflugzeuge zum Einsatz, um Pestizide zu versprühen und die weitere Ausbreitung einzudämmen. Auf diese Weise möchte die kenianische Regierung den steten Vormarsch der kleinen Tiere stoppen.

Die Finanzierung muss noch geklärt werden

Gelingt dies nicht, könnten auch Uganda und der Südsudan bald von der Plage erreicht werden. In diesem Fall wären dann rund 230 Millionen Menschen von der Problematik betroffen. Trotz der Dringlichkeit der Situation steht aktuell aber noch nicht ausreichend Geld für gezielte Gegenmaßnahmen zur Verfügung. So hat der kenianische Landwirtschaftsminister Peter Munya kurzfristig umgerechnet 300.000 Dollar als Sofortmaßnahme bewilligt. Doch die Experten der Vereinten Nationen schätzen, dass insgesamt wohl rund 70 Millionen Dollar benötigt werden. Gelingt es nicht, die Ausbreitung der Heuschrecken zu stoppen, droht der Region eine gewaltige Hungersnot. Wie groß das Problem ist, zeigt eine einfache Zahl: Ein Heuschreckenschwarm frisst auf einem Quadratkilometer pro Tag so viele Pflanzen wie 35.000 Menschen.


Via: FAZ

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    25. Januar 2020 at 10:54

    Soll wohl heißen *Insektizide, denn *Pestizide töten Mikroben, die Pflanzen-Krankheiten verursachen.

    Meine Frage wäre, ob es Alternativen gibt und wie sich die Insektizide auf das Gesamtsystem auswirken.

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