Lange Zeit propagierte Google eine Firmenphilosophie unter dem Motto „Don’t be evil“. Doch von dieser Grundhaltung rückt der Konzern aktuell immer weiter ab. So protestierten erst kürzlich tausende Mitarbeiter gegen eine Kooperation mit dem US-Verteidigungsministerium. Ziel der Zusammenarbeit ist es, auszuloten, wie künstliche Intelligenz beim Militär genutzt werden kann. Nun berichtete die US-Nachrichtenseite „The Intercept“, dass Google auch an technischen Lösungen arbeitet, um auf den chinesischen Markt zurückkehren zu können. Dort war die Suchmaschine nur bis zum Jahr 2010 aktiv und zog sich dann im Streit zurück. Zu den Gründen gehörten unter anderem die Zensurwünsche der chinesischen Regierung, aber auch die Tatsache, dass es immer wieder zu Hackerangriffen gegen das Unternehmen kam. Seitdem können die Google-Dienste in China nicht mehr genutzt werden.


Flagge China
Foto: Alexander Trisko

Die Suchergebnisse werden teilweise stark eingeschränkt

Nun aber arbeitet das Unternehmen an einer App, die den Vorstellungen der chinesischen Machthaber entsprechen soll. Dem Bericht zufolge sollen erste Varianten auch bereits den Behörden gezeigt worden sein. Bisher ist von den bekannten westlichen Suchmaschinen nur Bing in China verfügbar. Die Zensur sorgt dort allerdings oftmals für merkwürdige Ergebnisse. Wer etwa nach dem „Platz des Himmlichen Friedens“ sucht, erhält keinerlei historische Informationen, bekommt dafür aber alle umliegenden Geschäfte angezeigt. Google scheint nun bereit zu sein, diese Einschränkungen bei den Suchergebnissen ebenfalls hinzunehmen, um den riesigen Markt in China erneut ins Visier nehmen zu können. Bisher wird die App aber wohl nur entwickelt. Eine finale Entscheidung, diese dann auch zu veröffentlichen, gibt es aktuell noch nicht.

In China dominieren einheimische Firmen den Markt

Google ist nicht der einzige US-Internetkonzern, der in China blockiert wird. Auch Facebook ist beispielsweise ein Opfer der sogenannten „Great Firewall“. Zuletzt hatte die chinesische Regierung zudem auch die Möglichkeit westlicher Firmen eingeschränkt, über VPN-Server die Zensur zu umgehen. Diese drastische Abschottungspolitik hat aber nicht nur politische Gründe. Vielmehr konnte so in China auch ein eigenes Internet-Ökosystem entstehen – etwa mit der Suchmaschine Baidu und dem Messenger WeChat. Die Beühungen von Google zeigen aber, dass sich die westlichen Konzerne keineswegs kampflos geschlagen geben wollen. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg versucht bereits seit einigen Jahren mit einer Charme-Offensive den Markt für sein Unternehmen zu öffnen. Bisher allerdings noch ohne großen Erfolg.


Via: New York Times

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