Das britische Unternehmen Vodafone betreibt in Deutschland ein eigenes Mobilfunknetz und ersteigerte zuletzt auch zahlreiche 5G-Lizenzen. Für die Verbreitung des neuen Mobilfunkstandards müssen allerdings zahlreiche neue Sendemasten errichtet werden. Bereits bestehende Anlagen benötigen zudem eine Umrüstung. Diese Gelegenheit möchte das Unternehmen nun nutzen, um an einigen Standorten gleich noch etwas mehr Technik zu verbauen. So wurde in Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern die erste sogenannte Mobilfunkmühle in Betrieb genommen. Die Idee dahinter: Mobilfunkmasten und Windräder benötigten jeweils eine nicht unerhebliche Höhe, um effizient funktionieren zu können. Warum also nicht beides miteinander kombinieren? In Torgelow wurde daher ein Sendemast mit vier kleinen Windkraft-Turbinen ausgestattet. Auf diese Weise soll er sich selbst mit Strom versorgen.


Bild: Vodafone

Ein Berliner Startup hat sich auf kleine Windkraftanlagen spezialisiert

Entwickelt wurde das Konzept von Vodafone in Zusammenarbeit mit dem Berliner Startup Mowea. Die Ingenieure dort haben sich auf den Bau von kleinen Windkraftanlagen spezialisiert, die flexibel eingesetzt werden können. Dadurch reduzieren sich – im Vergleich zum Bau riesiger Windräder – Kosten und Komplexität. Die Idee dazu entstand einst an der Technischen Universität Berlin. Mit Mowea soll daraus nun ein funktionierendes Geschäftsmodell werden. Bisher werden zumeist Solarmodule genutzt, um dezentral sauberen Strom zu erzeugen und direkt zu verbrauchen. Weil die Sonne aber nicht immer scheint, müssen dabei Speicherlösungen zum Einsatz kommen. Windräder hingegen sorgen für eine vergleichsweise konstante Stromproduktion, was den Betrieb vereinfacht. Vodafone setzt daher auf beide Ansätze: Neben den Windkraftmühlen sollen auch zahlreiche Mobilfunkmasten durch Solaranlagen ergänzt werden.

5G dürfte den Stromverbrauch in die Höhe treiben

Das Ziel: Ab dem Jahr 2022 sollen die Vodafone-Netze vollständig mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Der neue Mobilfunkstandard 5G dürfte dem Unternehmen dabei nur teilweise helfen. Denn grundsätzlich ist die Datenübertragung dadurch zwar energieeffizienter möglich. Weil allerdings die Reichweite der Antennen begrenzt ist, müssen mehr Standorte betrieben werden. Wie sich dies auf den Energiebedarf auswirkt, dürfte daher von mehreren Faktoren abhängen. Umweltschützer allerdings warnen vor einem anderen Aspekt: Durch 5G werden ganz neue Formen der Vernetzung ermöglicht. Dies wiederum bedeutet, dass mehr Daten anfallen, die in Rechenzentren verarbeitet werden müssen. An dieser Stelle also dürfte der Stromverbrauch massiv in die Höhe schnellen – und kann aktuell nicht alleine durch Windkraft gedeckt werden.


Via: Vodafone

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.