Theoretisch bringen Flugtaxis eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich. So können Staus einfach überflogen werden. Dank des Elektromotors werden zudem keine Emissionen verursacht. Doch die technischen und regulatorischen Herausforderungen sind durchaus gewaltig. Mit am weitesten in diesem Punkt ist die Firma Volocopter aus Bruchsal. Diese erprobte ihre Flugtaxis bereits mehrfach erfolgreich. Allerdings aus rechtlichen Gründen nicht in Deutschland, sondern in Singapur und Dubai. Nun ist Mitgründer Alexander Zosel auf der Suche nach einem Unternehmen, das die Fertigung der Flugtaxis übernehmen könnte. Rein intuitiv würde man vermuten, dass dafür vor allem Flugzeug- und Helikopterhersteller in Frage kommen. Doch Zosel hat stattdessen die Automobilbranche ins Auge gefasst.


Der in Deutschland entwickelte Volocopter könnte bald vom Daimler-Konzern gebaut werden.

Daimler hält bereits eine Beteiligung an Volocopter

Denn die Flugtaxis sollen vergleichsweise einfach konstruiert sein, dafür aber in großen Stückzahlen produziert werden. Konkret plant Volocopter den Bau von 100.000 Flugobjekten pro Jahr. Daher wird vor allem ein Unternehmen gesucht, das bereits über Erfahrung in der hochwertigen Massenproduktion verfügt. Hier kommen dann die deutschen Automobilbauer ins Spiel. Tatsächlich verfügt Zosel auch bereits über die notwendigen Kontakte. Denn seit einiger Zeit ist der Daimler-Konzern an dem Startup beteiligt. Dieser prüft einem Bericht der Automobilwoche zufolge nun, ob ein Einstieg in die Produktion von Flugtaxis sinnvoll wäre. Über die notwendigen Kapazitäten verfügt der Konzern auf jeden Fall: Schon heute werden jährlich alleine für den deutschen Markt mehr als 300.000 Autos pro Jahr gebaut.

Daimler war schon einmal in der Luftfahrtbranche aktiv

Allerdings dürfte die Entscheidung den zuständigen Daimler-Managern dennoch nicht leicht fallen. Denn einerseits muss sich der Konzern natürlich nach neuen Einnahmequellen umschauen. Denn der Verkauf von Autos und Lastwagen mit Verbrennungsmotor dürfte langfristig keine große Zukunft haben. Auch deshalb hat Mercedes bereits erste Modelle mit Elektroantrieb auf den Markt gebracht und bietet emissionsfreie Lastwagen an. Außerdem positioniert man sich immer stärker als Mobilitätsdienstleister. Auf der anderen Seite waren Ausflüge des Konzerns in Branchen außerhalb der Automobilindustrie in der Vergangenheit nicht wirklich von Erfolg gekrönt. So war Daimler auch mal in der Luftfahrt- und Rüstungsbranche aktiv. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich der Konzern aus diesen oftmals verlustreichen Geschäftsfeldern aber nach und nach zurückgezogen.


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1 Kommentar

  1. Vedder

    11. Juli 2019 at 19:36

    Konzerne sind nicht an Fortschritt interessiert, weil sie keine Gewinne erbringen, die sie für die Aktionäre erschaffen müssen, sondern nur Verluste und Kosten. Konzerne steigen nur vorübergehend ein, um Schwachstellen zu finden, die dann genutzt werden, um der Innovation den Stecker zu ziehen. Beispiel: die Keilbremse von e-stop, der Hotzenblitz, dass erste e-Auto. AUCH der Smart soÄlte als E-Auto auf den Markt kommen und wurde von Dailmler verhindert. Die Quellen sind im Netz alle ersichtlich.

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