Heutzutage sind Drohnen auch für den privaten Verbraucher nicht mehr unerreichbar: Für knapp 1000 Euro gibt es Modelle, mit denen sich schon einiges anstellen lässt. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass Drohnen, wie auch viele andere Technologien, erstmals beim Militär zum Einsatz kamen. Anfang der 2000er setzte die US Air Force gemeinsam mit der CIA erstmals unbemannte Predator- und Reaper-Drohnen für Aufklärungsmissionen und Luftschläge im Mittleren Osten ein. Die Drohnen waren damals noch so groß wie Busse. Knapp 15 Jahre später entwickelt das US-Militär Mini-Drohnen, die Soldaten direkt am Mann tragen und individuell einsetzen können.


Individuelle Aufklärung für kleine Einheiten

Vorangetrieben wird die Entwicklung von der US Army. Gewünscht ist eine Drohne, die Soldaten als persönliche Ausrüstung tragen und zur Aufklärung einsetzen können. Die Drohnen sollen schnell einsatzbereit sein und den Soldaten dann über eine Echtzeitübertragung von Bilddaten auf einen kleinen Bildschirm Informationen über das vor ihm liegende Gebiet geben.


Die US Army setzt bereits seit Jahren auf Aufklärung durch Satellitenbilder und größere Drohnen. Auch hier ist bereits eine Echtzeitübertragung möglich, aber für gewöhnlich nur zu den Einsatzzentralen und zu Spezialeinheiten, nicht zu “gewöhnlichen” Soldaten. Idealerweise wäre in Zukunft jede Einheit (etwa 9 Soldaten) mit einer kleinen Drohne ausgestattet, die individuelle Echtzeit-Aufklärung ermöglicht. Besonders in unübersichtlichen Kampfgebieten würde dies den Soldaten einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Statt eine neue Drohne von Grund auf zu entwickeln, möchte die US Army sich an die Hersteller ziviler Drohnen wie etwa Parrot oder DJI wenden. In der nächsten Woche werden Armee und Hersteller zusammenkommen, um über bestehende Modelle und die Anforderungen an Drohnen im Kampfeinsatz zu sprechen.

Die Anforderungen der US Army

Eine wesentliche Anforderung an derartige Drohnen wäre ein möglichst geringes Gewicht. Soldaten tragen bereits eine Vielzahl an Ausrüstungsgegenständen am Körper, das Gewicht summiert sich. Mehr als 150 Gramm soll die Drohne nach Vorgabe der US Army nicht wiegen. Das entspricht in etwa dem Gewicht eines iPhone 6s. Die Army hofft, dass sie eine Drohne finden, die trotz des geringen Gewichts mindestens 15 Minuten in der Luft bleiben kann und eine Reichweite zwischen 500 und 1200 Metern hat. Die Drohne soll mit ihrer Kamera auch aus einer Höhe von 20 bis 25 Meter noch menschengroße Objekte am Boden ausmachen können. Die Zeit bis zur Vollständigen Ladung des Drohnen-Akkus soll unter zwei Stunden bleiben, und die Drohne soll in weniger als 60 Sekunden einsatzbereit gemacht werden können. Darüber hinaus darf sie nicht zu laut sein, um einer Entdeckung durch feindliche Einheiten zu entgehen.

Bereits 2018 sollen Soldaten mit Drohnen ausgestattet sein

In der britischen und norwegischen Armee kommt bereits seit einigen Jahren die Drohne “Black Hornet Nano” zum Einsatz, die bereits viele der Vorgaben der US Army erfüllt. Allerdings ist diese teuer und wird per Hand auf Bestellung angefertigt. Die Army möchte eine günstigere Drohne, die in großen Mengen verfügbar ist. “I’ve seen things online, for example, for children that are even smaller than the Black Hornet that can do the same kinds of things”, so Phil Cheatham vom Maneuvers Center for Excellence (MCOE) der US Army.

Interessant ist, dass die Army anscheinend auch chinesische Hersteller wie DJI und Yuneec in den Prozess mit einbezieht. Zwar gibt es seitens der chinesischen Regierung Restriktionen, was den Verkauf von hochentwickelten Drohnen angeht, aber die Art Drohne, die die US Army interessiert, würde nicht unter diese Restriktionen fallen.

Die Army hofft, bereits 2018 ihre Soldaten mit Mini-Drohnen ausstatten zu können.

via Wired.com

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