Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist für die meisten Menschen in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. In vielen indischen Slums allerdings besteht eben jenes Dach nur aus einer alten Blechplatte. Dies bringt eine Reihe von Nachteilen mit sich und führt immer wieder sogar zum Tod der Bewohner. Denn im Sommer heizt sich die Hütte dadurch enorm auf. Das indische Startup ReMaterials hat daher nach einer kostengünstigen und einfach zu installierenden Alternative gesucht. Heraus kam ein Material, das aus altem Karton und landwirtschaftlichem Abfall produziert wird und in seinen Eigenschaften Holz ähnelt. Der große Vorteil: Die benötigten Rohstoffe können in aller Regel lokal eingesammelt werden. Auch für die Verarbeitung sind keine hochwertigen Maschinen notwendig.


Die Technik ist bewusst sehr simpel gehalten. Foto: ReMaterials

Die neuen Dachziegel erfüllen eine wärmeisolierende Funktion

Erste Tests haben ergeben, dass die neue Methode deutlich günstiger ist als eine Abdeckung mit konventionellen Dachziegeln. Die Temperatur innerhalb der Hütte sinkt dafür beträchtlich. Bei einem Versuch im Sommer beispielsweise von 42 Grad auf nur noch 36 Grad. Im Winter und nachts funktioniert der Effekt auch andersherum: Es wird weniger Wärme über das Dach abgegeben. Das Startup arbeitet zudem mit Mikrofinanz-Instituten zusammen. Die Bewohner können die Kosten für ihre neuen Dächer so zu fairen Konditionen finanzieren. Gestartet ist ReMaterials in Ahmedabad. Die weitere Expansion ist aber bereits geplant: Zunächst in andere indische Städte und dann in weitere Länder mit vielen Slums und Blechdächern.

Solarenergie kann zum Laden des Smartphones genutzt werden

Während die ersten Dächer aus recyceltem Abfall installiert wurden, hat das Unternehmen zudem bereits an einer neuen Innovation gearbeitet. So wurden die Dachbedeckungen mit einfachen kleinen Solarmodulen bestückt. Die Technik ist natürlich deutlich weniger ausgereift als bei den Solardachschindeln von Tesla oder der deutschen Alternative von SolteQ. Dafür sind die Kosten aber niedrig genug, um auch in Indien von der breiten Masse gekauft werden zu können. Die Energie aus dem Dach kann dann beispielsweise genutzt werden, um LED-Lampen zu betreiben oder das Smartphone zu laden – und so das Leben der Bewohner ein wenig zu vereinfachen.


Via: The Better India

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