Je mehr autonome Autos auf den Straßen unterwegs sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon in einen Unfall verwickelt ist. Dies gilt insbesondere in der Übergangsphase, während der sich menschliche Fahrer und selbstfahrende Fahrzeuge im Straßenverkehr begegnen. Bei einem Unfall stellt sich dann aber auch die Frage: Wer haftet für das autonome Auto? Der Besitzer oder der Hersteller? Bisher ist diese Frage noch weitgehend ungeklärt, ein Rechtsstreit in den Vereinigten Staaten könnte nun aber einen ersten Hinweis geben. Dort war ein Motorradfahrer mit einem selbstfahrenden Auto von General Motors kollidiert und verklagt den Konzern nun auf Schadensersatz. Um welche Summe es dabei geht, ist bisher nicht bekannt.


So lief der Unfall mit dem Motorrad ab

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Chevrolet Bolt, der von der GM-Tochter Cruise Automation gebaut wurde. Seit rund einem Jahr wird er im echten Straßenverkehr getestet und soll dort insbesondere schwierige Situationen im engen Verkehr meistern. Dies scheint in diesem Fall aber nicht geklappt zu haben. Der Unfallhergang wurde laut Polizeibericht so beschrieben: Das Auto wollte auf die linke Spur wechseln und erkannte dort eine Lücke. Deswegen fuhr es leicht nach links. Weil die Autos dann aber abbremsten, schloss sich die Lücke und das autonome Auto fuhr zurück auf seine ursprüngliche Spur. Dort aber befand sich bereits der Motorradfahrer, der das Fahrzeug überholen wollte.

Die Polizei hält den Motorradfahrer für den Verursacher

Es kam zur Kollision – wobei das Motorrad eine Geschwindigkeit von 27 Kilometern pro Stunde hatte und das Auto mit knapp zwanzig Stundenkilometern unterwegs war. Der Motorradfahrer erlitt bei dem Zusammenstoß Verletzungen an Schulter und Nacken, konnte sein Fahrzeug aber selbstständig von der Straße schieben. Für die Verletzungen fordert er nun Schadensersatz. Die Beweisführung vor Gericht könnte allerdings schwierig werden, denn die Polizei hat das autonome Auto von jeder Schuld frei gesprochen: Demnach hat der Motorradfahrer unerlaubterweise rechts überholt und so den Unfall verursacht. Interessant dürfte werden, ob das Gericht überhaupt noch einmal den Unfallhergang untersucht – oder die Klage gleich abweicht, weil GM nicht der richtige Beklagte ist.

Via: The Guardian


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