Der Mond ist als Erdtrabant unserem Planeten so nahe wie kein anderer Himmelskörper. Im Mittel ist er 405.500 km von der Erde entfernt. Trotz dieser Tatsache stand seit der Apollo–17-Mission 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond. Die letzte unbemannte Rückkehr-Mission war die Luna–24-Mission der Russen. Dies liegt unter anderem daran, dass Mondlandungen kein günstiges Unterfangen sind. Ein kleines Unternehmen möchte nun mit dem Projekt Moonspike beweisen, dass es auch günstiger geht.


Foto: Moonspike
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Für wenig Geld zum Mond

Bei Moonspike geht es jedoch vorerst weder um eine Mission, bei der die Rückkehr zur Erde vorgesehen ist, noch um eine bemannte Mission. Das Unternehmen möchte vorerst lediglich ein kleines, etwa 150 Kilo schweres Raumfahrzeug auf den Mond schicken und dort landen lassen. Zu diesem Zweck wurde eine Kickstarter-Kampagne gestartet, die eine Millionen US-Dollar initiale Unterstützung als Ziel ausgeschrieben hat. Insgesamt soll das Projekt ein Budget von 100 Millionen Dollar haben, was für ein Mondlandesprogramm recht wenig ist. Zum Vergleich: Das Apollo-Programm verschlang damals 23,9 Milliarden US-Dollar, was nach heutigen Maßstäben der gewaltigen Summe von etwa 120 Milliarden Dollar entspricht.

Foto: Moonspike
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Moonspike: Ambitioniertes Projekt in den Kinderschuhen

Das Raumfahrzeug des Projekts Moonspike soll mit einer etwa 23 m großen, 20.000 Kilo schweren Rakete in eine Mondumlaufbahn gebracht werden und einen Datenspeicher mit vorher ausgewählten digitalen Informationen enthalten. Für das Projekt holte der CEO Chris Larmour das kleine Raketenunternehmen Copenhagen Suborbitals ins Boot, das bereits ein paar kleine, unbemannte Raketen ins All schoss und sich in die exklusive Reihe privater Unternehmen einreihen will, die Menschen ins Weltall beförderten.


Projekt Monospike steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher gibt es weder einen bestätigten Abschussort noch wurde mit der Entwicklung der Rakete oder des Raumfahrzeugs begonnen. Außerdem ist ein privater Raketenabschuss mit dem Mond als Ziel eine legale Grauzone. In jedem Fall wird das Unternehmen sich an einer Vielzahl von Sicherheitsstandards messen lassen müssen.

Foto: Moonspike
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Moonspike soll andere inspirieren

Trotz der noch zu überwindenden Hindernisse ist Larmour bezüglich des Projektes guter Dinge. Dies liegt unter anderem daran, dass für die Mission keine Rückkehr geplant ist und die Nutzlast auf dem Flug sehr klein ausfallen soll. Mehr als zwei Drittel des Gewichts der Rakete entfallen letztlich auf den Treibstoff. “My question is, how hard is it to get a rocket to the Moon these days? That separates us from a lot of other projects. We’re more interested in getting there, rather than what gets there”, erklärt der CEO und Mitgründer des Unternehmens.

Moonspike will die Rakete innerhalb der nächsten 10 Jahre in die Luft bringen. Es handelt sich um ein ambitioniertes Projekt, das letztlich lediglich beweisen will, dass der Flug zum Mond nicht zwingend mehrere Milliarden Dollar verschlingen und unter der Schirmherrschaft einer Regierung stattfinden muss. Larmour hofft, dass die Mission im Erfolgsfall andere Unternehmen inspirieren kann.

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