In den 1980er und 1990er Jahren konzentrierte sich die Europäische Weltraumbehörde vor allem darauf, Missionen der NASA zu unterstützen. Inzwischen gehen die Ambitionen aber deutlich darüber hinaus: Immer mehr Projekte werden in Eigenregie oder in weltweiten Kooperationen verfolgt. Dies hat allerdings auch zur Folge, dass mehr Geld benötigt wird als in der Vergangenheit. Im spanischen Sevilla kamen daher in der vergangenen Woche die zuständigen Minister der 22 ESA-Mitgliedsstaaten zusammen, um über den Finanzrahmen für die nächsten fünf Jahre zu beraten. Das Ergebnis: Insgesamt erhält die Behörde für diesen Zeitraum 14,4 Milliarden Euro – und damit so viel wie nie zuvor. Gleichzeitig wurde die Gelegenheit auch genutzt, die geplanten Projekte für die nächsten Jahre vorzustellen.


Bild: ESA/Hubble, M. Kornmesser [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)]

Meteoriten sollen erfasst und abgewehrt werden

Eine zentrale Rolle wird dabei der Klimaschutz spielen. Durch eine noch detaillierte Beobachtung der Erde aus dem All, sollen Daten gewonnen werden, die es ermöglichen, die zukünftige Entwicklung noch genauer zu prognostizieren. Die in diesem Zusammenhang geplante Weltraummission trägt den Namen „Copernicus“. Gleichzeitig stellt der Klimawandel aber nicht die einzige Gefahr für die Menschheit dar. So stellte ESA-Chef Jan Wörner auch trocken fest: „Wir wollen nicht wegen eines Meteoriten aussterben.“ Folgerichtig wird die Europäische Weltraumbehörde in den nächsten Jahren ein System entwickeln, um gefährliche Himmelskörper rechtzeitig zu entdecken. Weil dies alleine aber natürlich noch nicht ausreicht, wird darauf aufbauend dann auch an einem entsprechenden Abwehrsystem gearbeitet. Auch andere aus dem All stammende Gefahren – etwa Sonnenstürme oder Weltraumschrott – sollen in den Blick genommen werden.

Deutschland ist der größte Beitragszahler

Außerdem wird sich die ESA am Mondprogramm „Artemis“ der US-Raumfahrtagentur NASA beteiligen. Dahinter verbirgt sich der Wunsch von US-Präsident Donald Trump bis zum Jahr 2024 wieder menschliche Astronauten auf den Mond zu schicken. Parallel dazu arbeitet die ESA an einer eigenen Mondmission. Hierbei werden allerdings lediglich Roboter den Erdtrabanten besuchen. Die deutlich verbesserte Finanzausstattung soll dafür sorgen, dass die ambitionierten Pläne auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden können. Deutschland als wirtschaftlich größtes Mitgliedsland der ESA muss dabei den größten Anteil stemmen: Aus dem Bundeshaushalt werden 3,3 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Zumindest ein Teil des Geldes dürfte aber an deutsche Firmen zurückfließen, die sich an den verschiedenen ESA-Projekten beteiligen.


Via: Space Watch

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