Eine Leiche kann natürlich keine Auskünfte mehr über den Ablauf einer Tat geben. Forensiker arbeiten aber bereits seit langem daran, am Tatort möglichst viele Spuren zu sichern und so den Tathergang rekonstruieren zu können. Bald könnte ihnen dabei eine neue Methode die Arbeit erleichtern. Denn Wissenschaftler haben die Verteilung der Blutspritzer an einem Tatort ins Visier genommen und genauer untersucht. Mit Hilfe theoretischer Formeln und zahlreicher Experimente haben sie dabei nun eine Formel entwickelt, mit deren Hilfe sich die zu erwartende Blutverteilung berechnen lässt. Dies klingt auf den ersten Blick sehr technisch, kann in der Praxis aber eine enorme Relevanz haben – beispielsweise um eine Zeugenaussage zu überprüfen.


Mörder können die Analyse der Blutspritzer nur schwer simulieren

Gerade bei Morden gibt es etwa immer wieder Zeugen, die von einem Unfall oder einem Selbstmord sprechen, aber auch selbst verdächtigt werden könnten. Mit Hilfe der neuen Formeln könnten die Ermittler dann abgleichen, ob die am Tatort zu findenden Blutspuren tatsächlich mit dem geschilderten Tathergang in Einklang zu bringen sind. Ein großer Vorteil dabei: Die korrekte Verteilung des Bluts lässt sich nur extrem schwer manipulieren. Denn die nun entwickelten Formeln sind mehrere Seiten lang und berücksichtigen eine Vielzahl an Faktoren – von der Luftfeuchtigkeit über die Temperatur bis zur Art der Tatwaffe. Die Wissenschaftler denken daher im Moment daran, eine Computersoftware zu entwickeln, um die Auswertung am Tatort zu übernehmen.


Die Berechnungen wurden bei zahlreichen Praxistests überprüft

Die neue Methode kann aber auch andersherum zum Einsatz kommen. Wenn beispielsweise eine Leiche gefunden wird und die anderen Parameter bekannt sind, lassen sich aus den Blutspritzern Rückschlüsse auf die Tatwaffe ziehen. Die Forschungen waren dabei bereits zu Beginn so vielversprechend, dass sie vom US-Justizministerium unterstützt wurden. Die praktischen Experimente fanden dabei am Fort Dodge Police Department in Iowa statt. Dort wurden spezielle Blutbeutel von allen Seiten beschossen, um Daten über die Verteilung der Blutspritzer zu gewinnen und diese mit den Berechnungen abzugleichen. Gut möglich, dass diese Arbeit bald helfen wird, Mörder zu überführen.

Via: The new scientist

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