Weltweit infizieren sich noch immer jährlich rund 1,8 Millionen Menschen mit HIV. Bereits seit den 1980er Jahren wird daher an Impfstoffen geforscht, um die Verbreitung des Virus deutlich einschränken zu können. Das Problem allerdings: Die verschiedenen Erreger bringen sehr unterschiedliche genetische Merkmale mit sich und mutieren zudem teilweise auch noch. Vier Impfstoffe schafften es daher bisher zwar in die letzte Studienphase – sie halfen aber jeweils nur bei einigen Virenstämmen. Letztlich war die Wirksamkeit in allen Fällen so gering, dass nie ein fertiger Impfstoff daraus wurde. Daher haben es Forscher nun mit dem sogenannten „Mosaik-Prinzip“ versucht, bei dem Bestandteile verschiedener HIV-Erreger kombiniert werden. Dadurch soll eine möglichst breite Schutzwirkung gewährleistet werden.


Ein 3D-Modell des HIV-Virus. Bild: NIAID [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Zwei Drittel der geimpften Affen blieben vollkommen gesund

Bei Rhesusaffen erwies sich die Vorgehensweise bereits als durchaus erfolgreich. Immerhin zwei Drittel der geimpften Affen blieben von einer Ansteckung verschont, obwohl sie insgesamt sechsmal mit HIV infiziert wurden. Parallel dazu fand auch ein Test mit menschlichen Probanden statt. Innerhalb von knapp einem Jahr erhielten 400 Personen jeweils vier Impfungen. Anschließend konnten die Wissenschaftler tatsächlich die gewünschten Antikörper im Blut der Probanden nachweisen. Wie wirksam der Schutz allerdings tatsächlich ist, konnte nicht überprüft werden. Denn logischerweise konnten die Teilnehmer nicht testweise mit dem Virus infiziert werden. Zumindest eine weitere positive Nachricht gab es aber noch zu vermelden: Es waren keine größeren Nebenwirkungen zu verzeichnen. Einige Teilnehmer klagten lediglich über leichte Muskel- und Kopfschmerzen.

Die Zahl der Neuinfektionen könnte stark gesenkt werden

Die Ergebnisse dieser ersten Studie waren so gut, dass nun in einem nächsten Schritt 2.600 Frauen im südlichen Afrika geimpft werden sollen. Diese sind jeweils in ihrem Alltag einem deutlich erhöhten HIV-Risiko ausgesetzt. Die Wissenschaftler wollen nun sehen, ob der Impfstoff die Zahl der zu erwartenden Ansteckungen tatsächlich signifikant reduzieren kann. Eine HIV-Impfung wäre vor allem für Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern ein Segen. Denn das Virus kann inzwischen zwar vergleichsweise gut kontrolliert werden, sodass eine Ansteckung nicht mehr zwingend ein Todesurteil sein muss. Die Behandlung ist aber extrem kostspielig. In vielen ärmeren Ländern findet daher nur selten eine adäquate Versorgung statt. Durch einen Impfstoff könnte zumindest die Zahl der Neuinfektionen stark reduziert werden.


Via: Engadget

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