Die Leiche von Lenin wurde bis heute nicht bestattet, sondern wird in einem eigens errichteten Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau ausgestellt. Zahlreiche andere Persönlichkeiten Russlands und der Sowjetunion erhielten aber ganz normal auf den Moskauer Friedhöfen ihre letzte Ruhestätte. Diese sind daher auch immer wieder Anziehungspunkt für historisch interessierte Touristen, die sich die Gräber bedeutender Personen anschauen möchten. Die Moskauer Stadtverwaltung möchte diese Form des Tourismus nun unterstützen und zu Beginn drei alte Friedhöfe mit kostenlosem WLAN ausstatten. Den Vorstellungen der Verwaltung zufolge soll dies vor allem genutzt werden, um sich auf den Friedhöfen zu orientieren.


Die Grabstätte des Schriftstellers Nikolai Gogol auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof.
Die Grabstätte des Schriftstellers Nikolai Gogol auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof.

Internet soll als Informationsquelle dienen

So können sich Besucher beispielsweise Karten herunterladen, auf denen die berühmten Gräber verzeichnet sind. Außerdem könnte das WLAN dazu dienen, sich über die begrabenen Personen näher zu informieren. Die drei ausgewählten Friedhöfe mit kabellosem Internet sind dabei: Der Wagankowoer Friedhof, wo beispielsweise der Sowjetschauspieler Boris Andrejew begraben liegt. Zudem der Nowodewitschi-Friedhof in der Nähe des gleichnamigen Klosters. Dort fand unter anderem der Schriftsteller Anton Tschechow seine letzte Ruhestätte. Und schließlich der Friedhof Trojekurowo, wo das Grab der Sängerin Walentina Tolkunowa zu finden ist. Auf den drei Friedhöfen finden sich aber noch zahlreiche weitere Gräber von historischer Bedeutung.

Pläne für einen weiteren Ausbau sind bereits vorhanden

Ziel der Maßnahme ist es, mehr Touristen und interessierte Besucher zu den historisch bedeutenden Grabstätten zu locken. Sollte dies auf den ersten drei Testfriedhöfen tatsächlich gelingen, gibt es bereits Pläne, sämtliche 130 Moskauer Friedhöfe mit kostenlosem WLAN auszustatten. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Neuerung tatsächlich bei allen Friedhofsbesuchern gut ankommen. Denn gerade bei populären Figuren dürfte sich durch die Verfügbarkeit des WLANS ein nicht bei allen beliebtes Phänomen verstärken: Zahlreiche Fans könnten die Gelegenheit nutzen, um ein Selfie vor den Gräbern berühmter Personen zu schießen.


Via: Digitaljournal

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