Heute müssen Polizisten noch die Ausweispapiere kontrollieren, um die Identität einer Person festzustellen. Zukünftig könnte dieser Vorgang hingegen automatisiert ablaufen. Denn der Konzern Motorola kooperiert mit dem Startup Neurala, um spezielle Bodycams mit Gesichtserkennung zu entwickeln. Die Kamera wird dabei am Körper des Polizisten positioniert und sucht selbstständig die Umgebung ab. Die beiden Firmen geben an, damit vor allem die Suche nach vermissten Personen effizienter gestalten zu wollen. Aus technologischer Sicht ist es aber natürlich auch problemlos möglich, auf diese Weise nach geflohenen Tatverdächtigen zu suchen. Wie die Technik genutzt werden kann, dürfte nicht zuletzt von den Datenschutzbestimmungen in den einzelnen Ländern abhängen.


Künstliche Intelligenz analysiert Fotos von vermissten Personen

Die Besonderheit der neu entwickelten Bodycam besteht vor allem darin, dass die Gesichtserkennung lokal realisiert wird – es existiert also kein Rechenzentrum und keine Datenbank im Hintergrund. Vielmehr kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz. Diese kann beispielsweise ein Foto einer gesuchten Person erfassen und dann nach einem Ebenbild in der Realität suchen. Die aus dem Foto gewonnenen Informationen werden zudem mit den smarten Bodycams in der Umgebung geteilt. Die von Neurala entwickelte Software ahmt die Vorgänge im menschlichen Gehirn nach und benötigt daher deutlich weniger Ressourcen als bisher verfolgte Ansätze in dieser Richtung. Nur deshalb ist der lokale Einsatz in einer Bodycam überhaupt möglich.


In Deutschland wird auch mit automatisierter Gesichtserkennung experimentiert

Unterstützt wird die Forschungs- und Entwicklungsarbeit unter anderem durch das US-Verteidigungsministerium. Die in diesem Rahmen entwickelte künstliche Intelligenz könnte zudem zukünftig noch in vielen weiteren Projekten genutzt werden. Bei vielen Innenpolitikern gilt die automatisierte Gesichtserkennung als vielversprechender Ansatz, um Straftäter zu finden und Verbrechen zu verhindern. In Berlin werden daher bereitsfest installierte Kameras mit Gesichtserkennung getestet. Diese nutzen allerdings eine Datenbank im Hintergrund. Sie suchen also nicht nur nach einer konkreten vermissten Person, sondern könnten theoretisch nach allen zur Fahndung ausgeschriebenen Personen suchen. Anders als bei der Bodycam ist aber natürlich kein mobiler Einsatz möglich.

Via: Motorola

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