Bei der Bewertung von Graffitis scheiden sich die Geister. Was für die einen große Kunst darstellt, ist für andere oftmals schlichter Vandalismus. Die Regierung des australischen Bundesstaat New South Wales jedenfalls scheint sich eher letzter Sichtweise anzuschließen. Genervt von den Millionenausgaben, die jährlich anfallen, um beispielsweise Züge von den Malereien zu befreien, setzt das Transportministerium dort von nun an auf die Hilfe eines elektronischen Sensors. Diese „Mousetrap“ genannte Vorrichtung ist in der Lage, die Dämpfe, die beim Einsatz einer Spraydose entstehen, zu erkennen und sofort die Polizei zu alarmieren.


Graffitis auf einer New Yorker U-Bahn (1973). Foto: Dan McCoy
Graffitis auf einer New Yorker U-Bahn (1973). Foto: Dan McCoy

Sprayer werden auf frischer Tat ertappt

Bei einem ersten Testversuch in Sidney erwies sich die Mausefalle dabei als äußerst effektiv. Insgesamt 30 Sprayer konnten auf frischer Tat ertappt werden und mussten dann für die Beseitigung ihrer angefangenen Graffitis aufkommen. Auch der Transportminister von New South Wales zeigt sich von der Neuentwicklung begeistert: „Dies bedeutet, dass all diejenigen, die Graffitis malen nun sofort mit der Dose und dem Marker in der Hand erwischt werden können, noch während sie den Schaden anrichten“, so der Politiker. Dies ist von Bedeutung, weil Graffiti-Sprayer, die nicht auf frischer Tat ertappt werden, im Nachhinein oftmals nur noch schwer zu ermitteln sind.

Kosten zur Entfernung bisher: Rund 30 Millionen Dollar

Bisher wurden allerdings noch nicht alle Züge mit der elektronischen Mausefalle ausgestattet. Die Sensoren sollen aber täglich woanders zum Einsatz kommen, so dass Sprayer nie genau wissen, welcher Zug gerade besonders bewacht wird. „Wir wissen, dass sich die Mousetrap noch im Anfangsstadium befindet, aber ihr Erfolg ist, dass Sidney Trains von einer Strategie der Graffiti-Beseitigung zu einer Strategie des Verhinderns während der Tat übergehen konnte“, erläutert Howard Collins, Chef von Sidney Trains, die Vorteile des neuen Systems. Er hofft, dass so langfristig die Entfernungskosten von rund 30 Millionen Dollar jährlich deutlich sinken könnten.


Via: news.com.au

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