Antibiotikaresistente Bakterien werden mehr und mehr zu einem Problem, das die Wissenschaft in einem Teufelskreis aus der Entwicklung neuer Antibiotika und der Bildung neuer Resistenzen durch die Bakterien gefangen hält. Zu den bekanntesten und besonders gefürchteten Vertretern der multiresistenten Bakterien gehört der methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), der der Öffentlichkeit auch als Krankenhauskeim bekannt ist. MRSA verbreitet sich weltweit in Kliniken, und Deutschland ist im Vergleich mit ähnlich entwickelten europäischen Nachbarstaaten besonders betroffen. Das Bakterium kann aber auch im Alltagsleben auftreten. Forscher fanden nun Anhaltspunkte dafür, dass MRSA auch von Kühen auf Menschen überspringen kann.


MRSA befällt nicht nur Menschen

Die Entwicklungsgeschichte des MRSA-Bakteriums ist weitestgehend unbekannt – und das, obwohl der Keim in der Medizin eine nicht unwichtige Rolle spielt. Ein Team rund um Jukka Corander von der Universität Helsinki möchte das ändern und mehr über den Erreger herausfinden. Dazu haben die Forscher MRSA-Proben von Menschen und Tieren untersucht und nach DNA-Veränderungen gesucht, die einen Hinweis auf eine Anpassung an einen neuen Wirt geben. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass MRSA anfangs wahrscheinlich nur uns Menschen befiel und erst nach der neolithischen Revolution – der Begriff beschreibt den Zeitpunkt, als Menschen begannen, Tiere zu domestizieren – begann, sich auch bei Vertretern anderer Arten anzusiedeln.


Kühe spielen eine Rolle bei der Entwicklung von Superkeimen

Seitdem der MRSA-Erreger die Fähigkeit erworben hat, auch andere Arten zu befallen, konnten bestimmte Bakterienstämme immer wieder von einem Wirt zum nächsten springen. Auch heute passiert es nicht selten, dass MRSA von Nutztieren auf Menschen umspringt – oder anders herum. Die Wirtswechsel führen nicht selten zu genetischen Veränderungen, mit denen die Bakterien sich besser an ihre Umgebung anpassen und die letztlich zu mehr Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse führen, darunter auch Antibiotika.

Wenn derartige Veränderungen zu einer verstärkten Antibiotika-Resistenz führen, können die Bakterien zu sogenannten Superkeimen werden. Laut den Forschern spielen dabei besonders Kühe eine größere Rolle, da sie ein wichtiges Erregerreservoir sowie die Hauptquelle multiresistenter Staphyloccocus-Stämme seien.

Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit dazu beitragen kann, MRSA-Übertragungswege besser überwachen und minimieren zu können.

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