Die Firma Hurtigruten bietet Kreuzfahrten in aller Welt an und kann seine Wurzeln bis in das Jahr 1893 zurückverfolgen. Es handelt sich also um eines der bekanntesten und traditionsreichsten Unternehmen der Branche. Eine so lange und erfolgreiche Unternehmensgeschichte ist nicht möglich, ohne sich regelmäßig an neue Entwicklungen anzupassen. Ein Beispiel dafür könnte das Kreuzfahrtschiff MS Roald Amundsen sein, das nun erfolgreich seine Jungfernfahrt absolviert hat. Denn das riesige Schiff wird nicht mehr alleine durch schwere Dieselmotoren angetrieben. Stattdessen wurden auch Batterien und ein Elektromotor verbaut. Der Kapitän kann daher jederzeit zwischen den verschiedenen Antriebsarten wechseln. Auf lange Sicht sollen so die CO2-Emissionen immerhin um rund zwanzig Prozent sinken.


Bild: Hurtigruten

In norwegischen Fjorde sind Abgase unerwünscht

Dass ausgerechnet eine norwegische Firma den Elektroantrieb bei Kreuzfahrtschiffen vorantreibt, ist kein Zufall. Denn das Land kämpft bereits seit einiger Zeit gegen den Schadstoffausstoß der großen Kreuzer. Insbesondere in den Fjorden Norwegens ist dies problematisch. Wenn dort kein Wind weht, hängen teilweise tagelang riesige Abgaswolken in der Luft. Die Behörden des Landes haben darauf bereits reagiert und erteilen älteren Schiffen mit fehlenden Umweltstandards keine Genehmigungen mehr für eine Fahrt in die Fjorde. Für die MS Roald Amundsen dürfte dies kein Problem sein. Denn solange das Schiff mit Elektroantrieb unterwegs ist, werden auch keine Schadstoffe in die Luft gepustet. Auf dem größten Teil der Strecke werden aber auch weiterhin die Dieselmotoren zum Einsatz kommen. Für einen reinen Elektroantrieb sind die Speichertechnologien noch nicht weit genug entwickelt.

Eine Reise zur Antarktis soll den Namensgeber ehren

Abgesehen von der besonderen Antriebsform handelt es sich bei der MS Roald Amundsen um ein normales Kreuzfahrtschiff mit den üblichen Annehmlichkeiten an Bord. So stehen für die Gäste Bars, Restaurants, Panorama-Saunen, ein Infinity-Pool, eine Aussichtsplattform, ein LED-Bildschirm über sieben Decks und zahlreiche Whirl-Pools zur Verfügung. In diesem Jahr wird das Kreuzfahrtschiff zunächst Touren entlang der norwegischen Küste und nach Spitzbergen absolvieren. Später ist dann eine Fahrt Richtung Süden bis zur Antarktis geplant. Für die Firma Hurtigruten endet damit auch eine lange Wartezeit. Denn ursprünglich sollte das Schiff bereits im vergangenen Jahr in Dienst gestellt werden. Doch es kam zu zahlreichen Verzögerungen. Die so gemachten Erfahrungen sollen nun aber helfen, beim Bau von zwei geplanten Schwesterschiffen innerhalb des Zeitplans zu bleiben.


Via: New Atlas

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