Antibiotikaresistenzen sind in den letzten Jahren zu einem echten Problem geworden. Laut Daten des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erkranken in den USA jedes Jahr knapp 2 Millionen Menschen an Infektionen mit multiresistenten Bakterien. Bei 23.000 verläuft diese Infektion tödlich. Das europäische Äquivalent zum CDC ist das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Dieses gab kürzlich einen Bericht heraus, wie es um den Kampf gegen multiresistente Erreger in der EU steht. Um es kurz zu machen: Nicht gut.


Spritze mit zwei Tropfen
Foto: Syringe With 2 Drops, ZaldyImg, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Situation verschlechtert sich

In dem Bericht stellte das ECDC fest, dass es generell mehr multiresistente Bakterien gäbe. Dies sei jedoch nicht das eigentliche Problem. Sehr viel problematischer schätzt die Institution die Tatsache ein, dass eine bestimmte Krankheit eine erhöhte Resistenz gegen eine Antibiotika-Gruppe namens Carbapeneme aufweist. Carbapeneme sind eine Gruppe Antibiotika, die dann zum Einsatz kommen, wenn herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken.

Bei der Krankheit handelt es sich um Klebsiella pneumoniae, eine opportunistische Infektion, die vermehrt Patienten in Krankenhäusern angreift und zu weiteren Krankheiten wie Blutinfektionen, Lungenentzündungen oder Wundinfektionen führen kann. 2012 wies Klebsiella pneumoniae eine Resistenz von 6,2 Prozent gegen Carbapeneme auf. 2015 waren es bereits 8,2 Prozent. Dieser Anstieg sei besorgniserregend, so das ECDC.


Noch ist der Kampf nicht verloren

Antibiotikaresistenzen werden nicht nur durch die zu laxe Verschreibungspraxis vieler Ärzte gefördert, sondern vor allem die Verwendung von Antibiotika in der Tierzucht trägt zu dem Problem bei. „Antibiotic resistance is one of the most pressing public health issues of our time. If we don’t tackle it, we can go back to a time when even the simplest medical operations were not possible, and organ transplants, cancer chemotherapy or intensive care even less so„, so Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Nahrungssicherheit.

Dennoch zeichnet der Bericht des ECDC kein komplett pessimistisches Bild. Die Direktorin Dr. Andrea Ammon sagte, dass der Konsum von Antibiotika in sechs Ländern zurückgegangen sei. Auch die Resistenz des MRSA-Bakteriums nahm von 2012 bis 2015 deutlich ab.

The European Commission will launch a new action plan next year so that we can, together with our partners in the EU Member States and internationally, continue to ensure that the prevention and control of antibiotic resistance is strengthened within a one-health approach„, so Andriukaitis weiter.

Antibiotikaresistenzen werden weltweit sehr ernst genommen. Zahlreiche Forscherteams arbeiten an Methoden, um gegen multiresistente Bakterien zu kämpfen.

via NewAtlas

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