1982 kam der erste CD-Player auf den Markt. Seitdem dominiert die silberne Scheibe die Musikindustrie – auch MP3 konnte die CD nur bedingt bedrohen. Mit dem Streaming sieht das aber ein bisschen anders aus. Im ersten Halbjahr 2018 wurde erstmals mehr Geld mit Musikstreaming verdient als mit CD-Verkäufen.


Musikstreaming ist auf dem Vormarsch

Mehr als 35 Jahre lang war die CD der Standard in der Musikindustrie. Das kann man durchaus verstehen. Das Format ist nicht nur praktisch, sondern befriedigt durchaus auch den Sammeltrieb der Kunden. Aber mit den Streaming-Anbietern hat die CD ernsthafte Konkurrenz bekommen und muss sich monetär nun erstmals gegenüber Spotify und Co. geschlagen geben.


In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 wurden auf dem deutschen Musikmarkt insgesamt 727 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 ist das ein Minus von etwa 2 Prozent. Die Streaming-Plattformen gingen bisher eindeutig als Sieger aus dem Jahr 2018 hervor.. Mit 348 Millionen Euro Umsatz legten sie im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 um stolze 35,2 Prozent zu und sicherten sich einen Marktanteil von 47,8 Prozent. CD-Umsätze dagegen waren rückläufig und verloren 24,5 Prozent, was einem Umsatz von 250 Millionen Euro entspricht.

in einer Stellungnahme zu den Zahlen erlaubte Dr. Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, sich außerdem eine Anmerkung zur umstrittenen Urheberrechtsreform: „Audio-Streaming steht inzwischen für fast die Hälfte der Umsätze und löst damit die CD als größtes Umsatzsegment ab. Das verändert die Konstellation des Musikmarktes deutlich zugunsten des Online-Geschäfts. Damit nimmt die Dringlichkeit zu, rechtliche Klarheit für den digitalen Lizenzhandel zu erhalten; das Lizenzgeschäft ist das Lebenselixier der Kultur- und Kreativwirtschaft, im digitalen Zeitalter in besonderem Maß. Vor allem gilt es, User Uploaded Content-Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Es muss endlich geregelt werden, dass sie am Markt Lizenzen erwerben müssen. Am 12. September hat das EU-Parlament die große Chance, hier die richtigen Weichen zu stellen und die Regeln der Plattform-Ökonomie, die sich in den vergangenen 20 Jahren etabliert haben, in der erforderlichen Weise zu aktualisieren.“

Die geplante Urheberrechtsreform der EU geriet vor allem deshalb in die Kritik, weil sie die Anbieter diverser Dienste zwingen will, Inhalte bereits beim Upload auf Urheberrechtsverletzungen zu prüfen. Der Gesetzesentwurf wurde Anfang des Monats vom EU-Parlament abgelehnt und wird derzeit überarbeitet.

via BVMI

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