Der durchschnittliche Plastikverbrauch der Deutschen ist enorm: 37 kg sollen es pro Kopf und Person sein, die entweder sofort oder irgendwann später auf dem Müll oder im Recyclingprozess landen. Immerhin gelangt mehr als 50 % in die Wiederverwertung, die andere Hälfte jedoch wird unserer Umwelt noch jahrzehntelang Probleme bereiten. Der Gedanke, einfach mal die Reißleine zu ziehen aus diesem System konsequent auszusteigen, liegt nahe. Doch nur Wenigen gelingt dieser Schritt.


Verpackung ist nicht gleich Verpackung / Foto: Yvonne Salmen

Im Grunde müsste man ganz aufhören mit dem Konsumieren

Plastikfrei zu leben, das hat sich schon so mancher vorgenommen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der erkennt sehr schnell, dass beinahe bei allen Produkten Kunststoffe mit im Spiel sind, nicht nur als Verpackung, sondern auch als Inhaltsstoff. Sogar in Kosmetikprodukten befinden sich manchmal mikroskopisch kleine Kügelchen, die sich überhaupt nicht erkennen lassen. Im Grunde, so lautet die allzu offensichtliche Schlussfolgerung, muss man mit dem Konsumieren ganz aufhören, um keinen Plastikmüll mehr zu erzeugen.

Die Komfortzone verlassen und kleine Schritte gehen

Doch wer genauer hinschaut, der erkennt an vielen verschiedenen Stellen Auswege, die gar nicht mal so verkehrt erscheinen: Plastik-Flaschen lassen sich durch Glasflaschen ersetzen, auch Milch und Joghurt gibt es in Gläsern zu kaufen. Der Plastikseifenspender im Badezimmer könnte sehr gut der guten, als Stückseife weichen, während die Kunststoffbehälter in der Küche nach und nach Schraubgläsern und Edelstahldosen Platz machen. Wer richtig Glück hat, der wohnt in der Nähe einer der bislang allzu spärlich gesäten Plastikfrei-Läden und verlegt seine Einkäufe, wann immer möglich, dorthin. Diese Liste ließe sich an vielen Stellen erweitern, im Internet gibt es mehr als genug Tipps. Die Umstellung wird dich sicher ein gutes Stück aus der Komfortzone holen, aber irgendwann tritt der Gewöhnungseffekt ein.


Wenn immer mehr Menschen sich anstecken lassen …

Aber das genügt doch alles nicht, wirst du dir sicher nun denken. Wer als Einzelner hier und da etwas verbessert, und den einen oder anderen Kunststoff aus seinem Leben verbannt, der lebt noch längst nicht komplett plastikfrei! Ich meine dazu: Das musst du jetzt auch noch gar nicht. Es genügt, ein Bewusstsein für den Plastikverbrauch zu entwickeln und immer neue, kleine Schritte zu gehen. Wenn immer mehr Menschen sich davon anstecken lassen, dann wächst der Druck auf die Produzenten und Geschäfte, sodass sich mit der Zeit neue Möglichkeiten für den Plastik-Ausstieg ergeben.

Es ist jetzt schon deutlich zu beobachten, wie die Konzerne auf den Bewusstseinswandel reagieren: dm ruft Abfüllstationen für Waschmittel ins Leben, kompostierbare Bioverpackungen erobern den Markt, die Restaurantkette Nordsee setzt mittlerweile auf Mitnahmeboxen aus Algen, Bioprodukte erhalten bei REWE ein Laser-Branding statt einer Kunststoffhülle. Das alles sind Zeichen für eine sich wandelnde Welt. Wenn du als kleiner Wassertropfen in diesen Prozess mit einsteigst, könntest du bald schon Teil eines Tsunamis werden!

Quelle: freundin.de

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