Schon seit langem versuchen Wissenschaftler mithilfe von großen Radioteleskopen möglichst viele Signale aus dem All einzufangen. Die Auswertung der dabei entstehenden riesigen Menge an Daten ist allerdings zeitaufwändig und komplex. Traditionell setzen die Forscher daher auf die Hilfe klassischer Algorithmen. Wissenschaftler der Universität Berkeley haben diesen Ansatz nun mit dem aktuellen Trend des Maschinellen Lernens verknüpft. Sie haben also eine künstliche Intelligenz entwickelt, die aus ihren Fehlern lernt und so immer besser in der Analyse der vorgelegten Daten wird. Ein erster Erfolg konnte auch schon verbucht werden: In einem Datensatz aus dem August 2017 entdeckte der klassische Algorithmus lediglich 21 schnelle Radioblitze – die künstliche Intelligenz aber noch 72 weitere.


Bild: Breakthrough Listen

Eine außerirdische Spezies kommt als Quelle in Frage

Die Entdeckung ist aber nicht nur von Interesse, weil dadurch die Funktionsfähigkeit des neuen Ansatzes unter Beweis gestellt wurde. Vielmehr handelt es sich auch um ein sehr seltenes Phänomen. Denn im Regelfall treten schnelle Racioblitze nur einzeln auf. Die jetzt nachgewiesenen Signale stammen aber alle von der selben Quelle, die in einer drei Milliarden Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie verortet wird. Uneinig ist sich die Wissenschaft aber noch in der Frage, was genau die schnellen Radioblitze ausgelöst hat. Teilweise wird vermutet, diese könnten von der Verschmelzung zweier Neutronensterne stammen. Andere Forscher gehen davon aus, dass ein schwarzes Loch verdampft ist. Es gibt aber auch einige Theorien, die eine außerirdische Spezies als Quelle für nicht ausgeschlossen halten.

Das größte Radioteleskop der Welt steht in China

Mithilfe der nun neu entdeckten Signale könnten die Forscher der Lösung des Rätsels zumindest ein kleines Stück näher kommen. Gerry Zhang, der an der Berkeley Universität zusammen mit seinen Kollegen den neuen Ansatz entwickelt hat, hofft zudem auf zahlreiche weitere Entdeckungen in der Zukunft. Denn jetzt wo unter Beweis gestellt wurde, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz auch in der Radioastronomie sehr sinnvoll sein kann, dürften sich noch zahlreiche andere Anwendungsmöglichkeiten in diesem Bereich finden. Gleichzeitig wird aber auch versucht, durch den Bau immer größerer Radioteleskope noch mehr und noch genauere Daten zu sammeln. Das aktuell größte Radioteleskop der Welt wurde vor zwei Jahren in China fertiggestellt und besitzt einen Durchmesser von mehr als fünfhundert Metern.


Via: Universität Berkeley

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