Die Internationalen Walfangkommission wurde einst gegründet, um den Walfang international zu koordinieren. Im Laufe der Zeit wurde allerdings klar, dass nur ein vollständiges Jagd-Verbot das langfristige Überleben der Tiere sichern kann. 1985 beschlossen die Mitgliedsstaaten daher ein Moratorium. In der Folge verabschiedete sich auch Japan offiziell vom kommerziellen Walfang. Das Land nutzte allerdings eine Lücke im Regelwerk und jagte die Meeressäuger weiterhin. Offiziell geschah dies zu wissenschaftlichen Zwecken. Der tatsächliche Nutzen für die Forschung war aber gering. Stattdessen wurde das Walfleisch innerhalb Japans vermarktet. Im vergangenen Jahr schließlich stellte Japan bei der Internationalen Walfangkommission den Antrag, auch den kommerziellen Walfang wieder zu erlauben. Die Mehrheit der Mitgliedsländer stimmte allerdings gegen den Vorschlag.


Die Walfänger sollen nur noch in japanischen Gewässern aktiv werden

Auf diese Ablehnung reagierte die japanische Regierung, indem sie den Austritt des Landes aus der internationalen Organisation erklärte. Damit entzieht man sich dem bisher geltenden Moratorium und kann nach 31 Jahren auch wieder ganz offiziell kommerziellen Walfang betreiben. So sollen in diesem Jahr 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Sei-Wale abgeschossen werden. Die Jagdgewässer verändern sich allerdings. In den vergangenen Jahren waren die japanischen Walfänger oft in den Gewässern der Arktis unterwegs. Zukünftig sollen sie die Tiere hingegen ausschließlich in den heimischen Meeresgebieten fangen. Tierschützer und ein Großteil der internationalen Gemeinschaft kritisierten den Schritt der Regierung deutlich. Sie sehen keine Möglichkeit, den kommerziellen Walfang mit dem Ziel eines dauerhaften Erhalts der Walbestände zu vereinbaren. Auch der weit überwiegende Teil der Wissenschaftler stimmt dieser Einschätzung zu.


Walfleisch hat in Japan eine lange Tradition

Die geplanten Fangmengen in Japan sind so niedrig, dass gesamtwirtschaftlich betrachtet keine großen Auswirkungen zu erwarten sind. Oder anders ausgedrückt: Das Land ist eigentlich nicht auf den Walfang angewiesen. Dass es bei diesem Thema dennoch so eine harte Linie verfolgt, hat vor allem mit der Tradition zu tun. Denn Japan jagt schon seit Jahrhunderten Wale. Insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg war das Walfleisch zudem von entscheidender Bedeutung, um die Bevölkerung mit ausreichend Proteinen zu versorgen. Inzwischen allerdings ist die Nachfrage in Japan deutlich zurückgegangen. Langfristig könnte sich das Problem also dadurch erledigen, dass die Konsumenten schlicht etwas anderes essen. Zu hoffen ist, dass die Bestände bis dahin nicht zu stark dezimiert werden.

Via: The Guardian

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2 Kommentare

  1. Der Wal

    3. Juli 2019 at 18:36

    Die Überschrift ist irreführend, in Japan wurde die ganze Zeit kommerzieller Walfang betrieben. Jeder wusste, dass Walte zur Forschung töten ein Vorwand ist.

  2. Björn

    4. Juli 2019 at 06:46

    Das ist schön, weniger Wale im Meer bedeutet weniger Verdrängung im Wasser, d.h. der Meeresspiegel singt.
    Das ist eine Gute Nachricht, warum da andere nicht mitmachen. kappa

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