Aus energietechnischer Sicht bestehen einige Ähnlichkeiten zwischen Taiwan und Japan. Beide Inselstaaten verfügen nur über wenig eigene Ressourcen und sind daher stark von Energieimporten abhängig. Lange Zeit versuchten beide Länder dieses Manko durch den Bau von Atomkraftwerken auszugleichen. Die Atomkatastrophe von Fukushima hat auf Taiwan allerdings für ein Umdenken gesorgt: Im Jahr 2025 wird dort das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Die dadurch entstehende Versorgungslücke soll durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Was bisher nur eine Absichtserklärung war, wurde nun mit Leben gefüllt: Für mehr als 23 Milliarden Dollar werden Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 4,2 GW errichtet – der Großteil davon im Meer vor den Küsten des Landes. Viele Windräder bilden in Rumänien einen Windpark


Auch ein Teil der Kohlekraftwerke soll überflüssig werden

Die Investitionen erstrecken sich bis zum Jahr 2025 und sollen 1.200 Megawatt durch Windräder auf dem Land und 3.000 Megawatt durch Offshore-Windparks generieren. Die Hoffnung der Regierung ist es, dass durch das staatliche Geld auch private Investitionen angekurbelt werden können. Lin Chuan-neng, Generaldirektor des Büros für Energie, versprach privaten Investoren eine Rendite zwischen drei und fünf Prozent jährlich. Die Abnahme des produzierten Stroms soll zudem für die nächsten zwanzig Jahre garantiert werden. Der Ausbau der Windenergie wird nicht nur die Atomkraftwerke überflüssig machen, sondern auch die Abhängigkeit von Kohlekraftwerken verringern. Bisher liegt der Anteil des Kohlestroms am Energiemix des Landes bei 45,4 Prozent. Zukünftig wird ein Wert von 30 Prozent angestrebt.

Deutsche Firmen wollen von der taiwanesischen Energiewende profitieren

Davon profitiert dann auch das Klima, denn Kohlekraftwerke sind eine der klimaschädlichsten Formen der Stromerzeugung überhaupt. Deutsche Windkraftfirmen hoffen, von dem massiven Ausbau der Windenergie in Taiwan profitieren zu können. So war vor rund zwei Wochen eine taiwanesische Delegation in der Hansestadt Bremen zu Gast und informierte sich über technologische Fortschritte und mögliche Kooperationen. Am besten aufgestellt scheint in diesem Zusammenhang die Firma WPD zu sein. Diese besitzt ein eigenes Büro auf der Insel und betreibt vor der Küste Taiwans bereits 17 Offshore-Windparks. Zukünftig dürften aber noch deutlich mehr deutsche Firmen den taiwanesischen Markt ins Visier nehmen.


Via: Climate Action

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