Im letzten Herbst kündigte Nestlé-Manager Ulf Mark Schneider bereits an, sein Unternehmen auf vier Business-Feldern vorantreiben zu wollen: Zuerst nannte er Babynahrung, dann Tierfutter, Wasser und zum Schluss den Kaffee. Nachdem nicht nur die Menschen im französischen Vittel kaum noch an ihre eigene Wasserquelle herankommen, lässt sich der Schweizer Konzern neue Quasi-Monopolstellungen einfallen.


Nestlé besitzt nun einen Weltmarktanteil von 27 % auf dem Kaffeesektor – und will weiter wachsen.

Nestlé zahlt 7,15 Milliarden Dollar für gastronomische Vermarktungsrechte

400 Millionen Dollar ließ sich Nestlé gleich nach der genannten Ankündigung den amerikanischen Kaffeeröster Blue Bottle Coffee kosten, doch jetzt setzte das Unternehmen noch eins drauf: Es ging einen Deal mit dem Starbucks-Konzern ein, der längst auch in Deutschland seine eigenen Filialen unterhält. Nestlé übernimmt für 7,15 Milliarden Dollar die Vermarkungsrechte sämtlicher Konsumprodukte des amerikanischen Kaffeespezialisten – die weltweit über 28.000 Starbucks-Kaffeehäuser selbst sind nicht in diesem Geschäft enthalten. Hauptsächlich geht es also um Kaffeekapseln, Kaffeebohnen und andere Gastronomieartikel.

Nestlés Weltmarktanteil im Kaffeesektor liegt nun bei 27 %

Kaffee interessiert Nestlé natürlich nicht erst seit gestern, zu den erfolgreichsten Marken des Konzerns gehören Nespresso, Nescafé und Dolce Gusto. Hinzu gesellen sich viele weniger bekannte Labels wie International Roast, Zoégas, Partner’s Blend, Ricoffy, Taster’s Choice, Ristretto, Ricoré, Sical und Tofa. Es lohnt sich also durchaus, wenn es um den Kaffeekauf geht, einmal kurz nachzuschauen, wer überhaupt hinter der gewünschten Marke steckt! Nestlé erwirtschaftete im letzten Jahr immerhin 90 Milliarden Franken mit dem leckeren Heißgetränk, die Starbucks-Produkte werden den Umsatz nun vielleicht über die 100-Milliarden-Marke heben. Der Weltmarktanteil des Schweizer Unternehmens liegt nun, nach diesem Mega-Deal, bei 27 %. Noch Fragen?


An dieser Stelle ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Manchmal schmeckt auch ein selbstgemachter Tee ganz gut, hergestellt aus Gartenkräutern, gesüßt mit einem Tropfen Honig vom benachbarten Bio-Imker. Und die kleinen Kaffee-Anbieter, die in ihre Anbaugebiete investieren und dabei nicht nur das Geschäft, sondern auch die Umwelt und die sozialen Bedingungen im Auge behalten, freuen sich bestimmt über euren Einkauf!

Quelle: faz.net

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